Zentralfrankreich - Norditalien

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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Karbe am So 5. Apr 2015, 15:42

Tolle Tour, toller Bericht :anbetung:
:daumen:
Scheiße mit Erdberren.
- boah, schon wieder Erdbeeren!
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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Falcon am So 5. Apr 2015, 17:28

SXHC hat geschrieben:Kann man anders nicht sagen! Tolle Tour!


Karbe hat geschrieben:Tolle Tour, toller Bericht


Vielen Dank, aber es geht ja noch weiter ;)
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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Falcon am So 5. Apr 2015, 17:47

7. Tag: Haute Provence

Wieder strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel. In Sault kann ich an diesem herrlichen Sonntagmorgen sogar noch in einem Bäcker ein frisches Brot erwerben, das mir zusammen mit der provenzialischen Salami, die ich gestern auf dem Gipfel erstanden habe, trefflich schmecken wird.
Im Gegensatz zu dem gestrigen Trubel sind die Straßen, sobald man sich von dem Bergmassiv abwendet, leer.
Die ersten Kilometer fahre ich auch einer Hochfläche und oft sehe ich die typischen Lavendelfelder, die leider schon abgeerntet sind. Aber ein gewisser Rest von dem Duft hängt noch in der Luft.
Vor dem Ort Banon beginnt eine fast unmerkliche und lange Abfahrt in das Tal der Durance. Hier treffe ich eine sehr nette französische Dame, die mit dem Rennrad unterwegs ist und wir plaudern für ein paar Kilometer, da sie ziemlich gut deutsch spricht. Sie empfiehlt mir den Gipfel des Signal de Lure, als „kleinen Bruder des Mont Ventoux“, aber der liegt nicht unbedingt auf meiner Strecke.
Im Tal der Durance bleibe ich nicht lange und biege schnell in das Tal der Asse. Hier wird es wieder ziemlich einsam und ich bange um meine Versorgungslage. Aber in La Begude-Blanche wird Obst vom Bauernhof verkauft und ich stopfe herrliche Birnen und Weintrauben gierig in mich hinein.
Ich folge weiter dem Tal der Asse. Um in die Alpen zu gelangen, habe ich mir die kürzeste Verbindung über eigentlich verkehrsreiche Straßen ausgesucht, aber ich kann die heutige sonntägliche Ruhe gut ausnutzen.
In St André les Alpes schlage ich für heute mein Quartier in einem ziemlich abgewohnten Hotel auf. Die Zimmereinrichtung ist aus den frühen 80-er Jahren und ich bin offenbar der einzige Gast.

Die Strecke: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=xduyopeabkhssthj
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Lavendel
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Banon: Werbung für die 6. Runde um den Käse
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Hält ohne Mörtel
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Das weite Tal der Durance
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Asse
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Abenstimmung
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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Falcon am So 5. Apr 2015, 18:40

8. Tag: Col des Champs

Heute früh hängen die Wolken tief und manchmal tröpfelt es, aber alles kein Grund, nicht auf's Rad zu steigen. Ich pendle mich in Richtung Norden ein, um den ersten Pass in den Alpen zu bezwingen. Die ersten Kilometer verlaufen sanft ansteigend im Tal des Verdon. In Colmars, einer Ortschaft mit einem gut erhalten mittelalterlichen Ortskern, tanke ich Vorräte auf. Hier beginnt der im ganzen Verlauf absolut verkehrsarme Pass gleich mit einem ordentlich heftigen Einstieg. Sehr enge Serpentinen sind an diesem steilen, bewaldeten Hang zu bezwingen, von denen man ab und zu einen herrlichen Blick auf Colmars hat. Im weiteren Verlauf wird die Qualität des Straßenbelags schlechter, bleibt aber durchaus fahrbar. Bergab macht es hier aber bestimmt keine Freude. Das Wetter schwankt zwischen leichtem Regen und ein paar kurzen sonnigen Abschnitten. Weiter oben wird der Wald lichter, aber man sieht nicht, wohin es eigentlich noch gehen soll. Kurz vor der Passhöhe wähnt man sich dann auf dem Mond: graue Geröllfelder ohne Vegetation. Das Schild für den Pass steht nicht ganz auf dem höchsten Punkt, aber egal. Ich halte mich nicht lange auf, denn hinter mir ziehen dicke Wolken den Berg hoch. Auf der anderen Seite des Passes, die ich als Abfahrt nehme, ist die Straße sehr gut ausgebaut und es macht Spaß, die kurvige Straße herunterzusegeln.
Unten im Tal der Var angekommen fahre ich flussabwärts und biege bei Guillaume in das Tal des Tuebi. Hier fahre ich noch bis in das merkwürdige Dorf Péone und beschließe aufgrund aufziehender dunkler Wolken, hier für heute Schluss zu machen. Eine gute Entscheidung, denn es fängt auch gleich an zu Regnen.
Péone ist ein wahrhaft eigenartiges Dorf. Die Häuser wurden an einem derartig steilen Hang gebaut, dass es keine Straßen zwischen den Häusern gibt, sondern nur enge Gassen mit Treppenstufen. Es sieht alles wie im Mittelalter aus und leider sind vielleicht nur noch die Hälfte der Häuser bewohnt. Direkt hinter den letzten Häusern am oberen Dorfrand stehen säulenartige , haushohe Gebilde. Die scheinen aus einer lehmartigen Masse zu bestehen, in der mehr oder weniger große Gesteinsbrocken eingebettet sind. Ich laufe durch dieses Dorf und versinke in der Zeit.

Die Strecke: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=cuzddlosgemjtiqu
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Tal des Verdon
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Col des Champs - unten
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Colmars
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Col des Champs -weiter oben
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Col des Champs - rechts die Passhöhe
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Col des Champs
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Col des Champs - Abfahrt
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Peone
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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Falcon am So 5. Apr 2015, 19:18

9. Col de la Couilolle

Gleich nach dem Frühstück wartet ein Anstieg auf mich, und ich bin froh, dass die Sonne wieder die Oberhand gewonnen hat. So wird es ein Genuss, die schönen Serpentinen, nicht zu steil, nach oben zu fahren und wieder schöne Ausblicke auf die umgebenden Bergmassive genießen zu können.
Oben komme in in Valberg an - ein Wintersportort aus der Retorte. Bloß schnell weg hier!
Ich fahre ab nach Beuil, wo ich in einer winzigen Boulangerie Brot nachlade und kullere weiter auf den Col de la Couilolle. Von dieser Seite ist es wirklich nicht anstrengend, diesen Huckel zu erklimmen. Dafür bietet die andere Seite des Passes, die ich hinabfahre, mit einem Unterschied von über 1000 Höhenmetern eine wirkliche Herausforderung. Aber wie gesagt, ich fahre dort nur hinab, genieße die Landschaft und verschleiße Bremsbelag.
Unten erreiche ich das Tal der Tineè, dem ich heute nur noch zu folgen brauche. In Isola mache ich kurz Rast und begutachte den Einstieg in den Col de la Lombarde. Eigentlich bin ich heute noch nicht sehr weit gefahren, aber diesen Pass hebe ich mir doch lieber für morgen auf.
Ich fahre noch weiter hinauf im Tal der Tineè und mache damit etwas, was ich eigentlich gar nicht gern tue: Die gleiche Strecke muss ich morgen nämlich wieder zurück fahren. Aber immerhin lerne ich dadurch den ersten Fahrradweg in Frankreich kennen, der zwei Orte miteinander verbindet.
In Saint Étienne de Tineé frage ich in der Touri-Information nach einem Hotelzimmer. Die Antwort kommt etwas verlegen, dass es im Ort zwar eine Unterkunft gibt, dass es aber eigentlich kein „richtiges“ Hotel ist. Ich entgegne nur, dass ich anspruchslos bin und dann bringt man mich sogar bis vor die Haustür. Nun, das Haus ist an sich schon bemerkenswert schmal wie ein Handtuch und im Inneren setzt sich das fort. Ich komme mit meinen Taschen kaum die enge Treppe hoch. Das Zimmerchen ist mit ca. 8 qm wirklich minimal und die Dusche ist für alle Bewohner direkt unter dem Dach, aber das ist mir ziemlich egal. Das frisch zubereitete Essen schmeckt!

Die Strecke: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=metxtknanoxhehvv
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Peone
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Peone 2
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Nationalpark Mercantour
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Seealpen
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Abfahrt Col de la Couillolle - Rubion
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rechts rum nach Nizza
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perfekte Tarnung
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Pause
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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Falcon am So 5. Apr 2015, 19:42

10. Tag: Col de la Lombarde

Früh ist es etwas frisch hier unten im Tal und ich kullere die ca. 15 km zurück nach Isola. Dort wird mir aber sofort warm, als ich in den Col de la Lombarde einsteige. Es geht gleich im zweistelligen Prozentbereich los. Unten fährt man in einem engen, schattigen Tal, mit teilweise engen Serpentinen. Die Straße ist aber durchaus für größere LKW ausgebaut. Im weiteren Verlauf wir das Tal breiter. Im mittleren Teil sieht man Bunkeranlagen die talabwärts weisen, die aus welchem Krieg auch immer stammen und so belassen wurden. Ich fahre durch ein paar Galerien, gewinnen immer mehr an Höhe und erreiche Isola 2000, ein weiterer Wintersportort aus der Retorte. Die Bautätigkeit ist hier enorm. Es werden Straßen neu geteert und noch mehr Hotels gebaut, denn zu Saisonbeginn soll ja alles fertig sein.
Die Straße wird schmaler und führt aber noch weiter nach oben. Hier hört der Verkehr zum Glück fast ganz auf. Es folgen ein paar Serpetinen, die aber nur noch mit wenigen Steigungsprozenten behaftet sind. Man blickt in einen breiten Talkessel, in dem Isola 2000 errichte wurde, aber insgesamt gewinnt dieser Pass bei mir keinen Schönheitspreis.
Und dann sehe ich das Dilemma: Über die Passhöhe wabern von der anderen Seite fette Nebelschwaden. Und dort muss ich hinunter!
Oben auf der Passhöhe, die gleichzeitig die Grenze zu Italien ist, ziehe ich mir alle Klamotten über, die ich habe und so gewappnet wage ich vorsichtig die Abfahrt bei ca. 50 m Sichtweite und 10°C. Die Straße ist eng und kurvenreich, aber zum Glück sind nur sehr wenige Autos unterwegs. Irgendwann gerate ich in eine Kuhherde und muss aufpassen, weder mit einer Kuh zusammenzustoßen noch über einen der zahlreichen Fladen zu fahren. Der Bauer hat jedenfalls alle Ruhe der Welt. Ich fahre noch lange weiter bergab, komme aus dem Nebel heraus aber unten im Tal ist es auch nicht gerade angenehm warm und der Himmel natürlich grau-trüb.
Nach einem aufmunternden Cappuccino fahre ich weiter talabwärts entlang des Stura die Demonte in Richtung Cuneo. Der Verkehr nimmt deutlich zu und wird ab Borgo nervig. Ich habe den Eindruck , dass alle Leute im Umkreis von 50 km gleichzeitig Feierabend machen und nach Cuneo fahren. Ich will mich aus dem gröbsten Verkehr raushalten und wähle die Straße von Boves nach Cuneo. Dort wird mir, die Dämmerung ist schon angebrochen, eine Zufahrt nach Cuneo über eine Brücke angezeigt, die ich gern annehme. Ich biege in die Straße ein und leider sehe ich das Schild „Für Radfahrer verboten“ zu spät. Na, so schlimm kann es doch nicht werden, denke ich noch und trete ordentlich in die Pedale. Ich bin auf der Brücke flott unterwegs, bis aus der Düsternis direkt vor mir ein Tunnel auftaucht. Ich überdenke kurz meine Möglichkeiten: Umkehren geht auf der vor allem auf der Gegenfahrbahn stark befahrenen Straße nicht mehr. Mein Licht ist angeschaltet und die Warnweste habe ich angelegt. Also trete ich noch mal kräftig in die Pedale und husche in den Tunnel, der nach wenigen hundert Metern zum Glück eine erste Ausfahrt hat, die ich sofort nehme. Der Schreck sitzt mir noch lange in den Gliedern und so habe ich keinen Sinn für die doch recht schöne Stadt und suche mir ein passendes Hotel.
Der Wetterbericht schickt schlechte Aussichten für die nächsten Tage durch das TV-Programm: bedeckt und Regen.

Die Strecke: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=uxunpjgfxtsjyzof
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der Einstieg
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Blick zurück - Isola
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Bunker
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Isola 2000
10 Col de la Lombarde - über Isola 2000.jpg
über Isola 2000 - Skipisten auf der gegenüberliegenden Talseite
10 da rechts rum gehts lang.jpg
da rechts geht's weiter
10 Passhöhe.jpg
oben
10 Abfahrt vom Col de la Lombarde.jpg
Abfahrt vom Col de la Lombarde
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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Falcon am So 5. Apr 2015, 19:53

11. Tag: Langhe

Bleischwer und grau hängen die Wolken am Himmel und ab und zu fallen ein paar feine Tropfen. Ich fädele mich aus der Stadt heraus und komme schnell auf eine Landstraße mit mäßigem Verkehr, die schnurgerade aus führt. Die Strecke ist bei diesem Wetter ziemlich öde, aber es geht immer leicht bergab und mit Hilfe des leichten Rückenwindes lasse ich das Teilstück schnell hinter mir. Direkt hinter dem Ort Carrú ändert sich die Landschaft plötzlich, direkt nach dem Fluss Tanaro geht es in die Hügel der Langhe. Leider kann ich von der Umgebung nur schemenhaft etwas wahrnehmen oder etwas erahnen, denn ab 600 m verschwindet alles im Nebel. Sehr schade! So stochere ich ca. 30 km in der grauen Suppe durch die Gegend, die doch sehr schön anzusehen sein soll. Ich rolle im Tal des Belbo aus den Hügeln heraus. Die Umgebung wird nun richtig platt und die Po-Ebene kündigt sich damit an. Ich fahre noch, bis in die Dämmerung hereinbricht und finde nur ein zu teures Hotel zwischen Gewerbegebiet und Autobahn. Aber ich darf sogar mein dreckiges Fahrrad mangels Alternative in einem noblen Konferenzraum parken. Das Essen im Restaurant ist zwar lecker, aber die Portion viel zu klein. Um ein Sättigungsgefühl zu erreichen, kaue ich jeden Bissen so lange es geht und denke dabei wehmütig an die Portionen der vergangenen Tage.

Die Strecke: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=tdncrtjuskalgods
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Farbtupfer im grauen Nebel
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Langhe - viel Weinanbau
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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Falcon am So 5. Apr 2015, 20:07

12. Tag: Die Po-Ebene

Bleischwer und grau hängen die Wolken am Himmel und ab und zu fallen ein paar dicke Tropfen. Der heutige Tag dient zwar nur zum flachen Ausrollen und besondere Höhepunkte erwarte ich nicht, aber dieses Wetter macht die ganze Etappe ziemlich trostlos.
Überquerung des Po: Der Flußverlauf scheint mir noch naturbelassen mit den Sand- und Kiesbänken und sieht entsprechend wild aus.
Überquerung des Ticino: Hier führt eine schwimmende Ponton-Brücke, die ich in dieser Art zum ersten Mal sehe, über den Fluss. Es rumpelt laut, wenn ein Auto über die Holzplanken, die teilweise schon ziemlich verrottet sind, fährt. Ich dachte bisher, dass solche Brücken nur Behelfskonstruktionen sind.
Daneben sehe ich viele Reisfelder.
In Rozzato, kurz von Mailand, fängt es wieder mal an zu regnen und ich ziehe es vor, mir hier schnell ein Hotel zu suchen.

Die Strecke: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=huuqseboxmrzbipx
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Reis
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Ölraffinerie - im Vordergrund Reis
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Ponton-Brücke über den Ticino
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Ponton-Bücke über den Ticino 2
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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Falcon am So 5. Apr 2015, 20:14

13. Tag: Milano und Rückfahrt

Ganz lässig kann ich die letzten paar Kilometer bis zum Ziel zurück legen. Es ist Sonnabend Vormittag, die Italiener offenbar alle Langschläfer, so dass ich entspannt ins Zentrum der Millionenstadt einfahren kann.
Etwa 1,5 Stunden vor Abfahrt des Zuges bin auf dem Bahnhof, muss ich doch noch den Stellplatz für mein Fahrrad bezahlen, den ich merkwürdigerweise aber schon in Deutschland reservieren konnte. In der Schalterhalle ziehe ich also eine Nummer und beobachte die Dinge, die um mich herum geschehen. Die Angestellten an den Schaltern sind dem Andrang der Fahrgäste überhaupt nicht gewachsen. Daneben gibt es zwar Fahrkartenautomaten, die aber nicht von allen bedient werden können, oder die, so wie in meinem Fall, nicht bei allen Fragen hilfreich sind. So vergeht eine Stunde und ich bin noch weit davon entfernt, bedient zu werden. Andere Hilfesuchende, meist Touristen, werden von zweifelhaften Leuten angesprochen, die sie an die Fahrkartenautomaten schleppen, etwas erklären und für die Hilfe ein Trinkgeld verlangen. Diese Leute werden von den in regelmäßigen Abständen vorbeischlendernden Carabineri zwar verscheucht, stehen aber 2 min später wieder an Ort und Stelle.
Irgendwann wird mir die Warterei zu bunt, mein Zug fährt bald und ich gehe zum Bahnsteig. Als ich dort in den Zug einsteigen will, kommt ein Schaffner auf mich zu und erklärt mir im schönsten Schweizer Dialekt, dass Fahrräder in diesem Zug in Italien normalerweise nicht befördert werden dürfen, sondern erst, wenn der Zug auf Schweizer Boden fährt. Fassungslos zeige ich ihm meine Fahrkarte, auf dem die Reservierung gedruckt ist und sehe im Waggon meinen Stellplatz, der mir auf einmal unerreichbar weit weg erscheint. Doch der Schweizer Beamte hat offenbar seinen guten Tag und unter dem Hinweis, dass sie mit diesem Zug in Italien eigentlich keine Fahrräder befördern dürfen, lässt er mich dann doch einsteigen.
Als ich dann am frühen Nachmittag im Zug aus dem Bahnhof rolle, kommt wie zum Hohn die Sonne zum Vorschein. Na ja, dadurch kann ich einen Großteil der Fahrt durch die Alpen genießen: Comer See, Bellinzona, St. Gotthart (Tunnel), Vierwaldstätter See, Luzern, dann ward es dunkel.
In Basel steige ich in den Nachtzug und komme ohne weitere Zwischenfälle wieder in Leipzig an.
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Ziel erreicht
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Re: Zentralfrankreich - Norditalien

Beitragvon Falcon am So 5. Apr 2015, 20:17

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