Krušnoton >tschechischer Glutofen<

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Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon centurio-tle am So 9. Aug 2015, 10:14

Aus dem Koma erwacht will ich euch ein paar Zeilen schreiben:

Das Fazit zu Beginn: Es war wohl das Härteste was ich bis dato gemacht habe (250km/4900hm).

Früh ging es los, 0330 Wecker, 0400 im Auto und pünktlich 0600 auf dem Parkplatz in Teplice wo Rix entspannt mir entgegen kam. Noch ein paar Quasselrunden und schon ging es zum Start (ca. 200m entfernt). Schon jetzt spürte man das "besondere Feeling", welches uns den ganzen Tag begleitete. Dazu gehört zum Beispiel, ein Profilaufkleber für das Oberrohr, klebende Rückennummern, Streckenabsperrungen, zahllose Helfer, Lautsprecheransagen in der Innenstadt früh um 7:00 Uhr, Zieldurchfahrt wie bei den Profi´s, Zwischenzeitnahme, Führungs- und Begleitfahrzeuge, Fotoleute an der Strecke und im Auto, Anstiegbeschilderung mit Angabe von km und % usw.

Wir fuhren bei angenehmen 20°C los und ich war glücklich, dass ich Rix an meiner Seite hatte, der das "Ding" sehr gut kennt aber auch er sollte heute an Grenzen kommen. Wir ließen uns natürlich von der Meute (ca. 100-150) hetzen und fanden uns schnell im vorderen Drittel wieder und nahmen so die ersten Hügel. Es lief gut und nach ca. 90km und 2000Hm fanden wir uns oben auf dem Berg Komarka bei Krupka (5km,9,4%) und pausierten, denn so war der Plan (der mir jetzt richtig bewußt wurde): wir warten auf das "getarnte" Jenatec-Team und fahren dann gemeinsam die Runde als RTF. Den Renngedanken (wegen des Zeitchips am Rahmen) hatte ich eh nicht ernsthaft ob der Temperaturen und der Strecke ins Kalkül gezogen. Mir war dennoch etwas bange denn dabei waren Mischa (Mi67) und Torsten Kunath. Die Wartezeit wurde dann doch recht lang und es kamen Unzählige den Berg hoch und an uns vorbei und so konnten wir feststellen, dass wir doch recht flott die ersten km angegangen waren. Übrigens hatten wir jetzt 29°C.

Also ging es nun im Gruppetto weiter, das war im Flachen wunderbar am Berg war es manchmal ein Problem. Denn da hat naturgemäß jeder sein eigenes Tempo. Und so kam es das wir mal zu Zweit, zu Viert oder jeder für sich an Anstiegen unterwegs waren. Der Windschatten im Flachen war schön aber bei den Lok´s nicht zwingend erholsam. Die Temperaturen erreichten jetzt Spitzenwerte und zeigten ca. 37-40°C an. Bei Abfahrten brannte das Gesicht und berghoch hätte man denken können, dass unsere Flaschen undicht sind, denn die Straße war nass vom Schweiß. Die Hitze wurde das größte Problem. Jedoch war der Veranstalter vorbereitet und so wurden einem Wasser gereicht, wo eigentlich keine Verpflegungspunkte waren (u.a. aus Sidebags von Motorrädern), Wasserfontänen unterwegs gaben kurzzeitig Kühlung und reichlich Salztöpfe an den VP-Punkten kompensierten den Mineralienverlust. Die Verpflegung war reichlich und abwechslungsreich. Die Strecke ist fordernd und bietet immer wieder tolle Ausblicke. Die Anstiege sind hart (bis 17%) aber nicht so lang. Die Abfahrten sind größtenteils auf sehr gutem Asphalt, verhinderten aber nicht einen Sturz ins Brennesselfeld. Nix passiert, habe die S-Kurve falsch gelesen und viel zu schnell genommen, so dass ich geradewegs den Ulle machen musste.

Nach einem Mittelstück mit zwei schweren Anstiegen fuhren wir die letzten ca. 60km zu Sechst die Runde zu Ende. Aber auch wir waren fast am Ende. Am letzten VP reichte mir auf einmal ein bekanntes Gesicht zur Begrüßung die Hand (H.Koch) und wetterte. Er war sichtlich von der Runde gezeichnet. Ihn traf ich Schlangenlinien fahrend am letzten Steilstück wieder. Die letzten Hügelchen waren zäh oder steil und jeder kämpfte für sich. Rix musste raus nehmen (Krämpfe) und konnte so das Tempo der "frischen" Jenatecler bzw. Mischa und Torsten Kunath nicht halten. Ich kämpfte mich hoch und war sogar fähig zwei Jenatecler hinter mich zu lassen. Aber oben wurde artig gewartet und so rollten wir gemeinsam ins Ziel. Noch eine eiskalte Dusche über Kopf und Nacken, umgezogen und ab gings zurück nach Leipzig (Ankunft 2000). Frauchen wartete bereits (auch wenn ich zu nix mehr zu gebrauchen war).

Ja wir waren unvernünftig (jeder würde bei den Temp´s das Freie meiden und überdies sportliche Aktivitäten unternehmen) und Ja wir sind bekloppt aber es war ein toller Tag und in der Erinnerung bleiben eh nur die schönen Seiten, also vergessen sind Schmerz, Anstrengung und unverschämte Hitze. Dank an die Jenatecler und vor allem Rix für die angenehme Begleitung. Den Krusnoton werde ich bestimmt nochmal fahren.

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Re: Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon Barus am So 9. Aug 2015, 10:42

Also die Schleife Zinnwald, Dubi, Hrob, Mikolov und zurück könnte ich den ganzen Tag fahren, wenn ich es könnte. :liebe:
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Re: Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon Karbe am So 9. Aug 2015, 14:10

Liest sich wie ein Bewerbungsschreiben :D
Hut ab wieder mal vor der Leistung :hut:

Grüße
Scheiße mit Erdberren.
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Re: Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon bejar am So 9. Aug 2015, 18:36

Der Wahnsinn, also durchaus wörtlich zu nehmen. Wozu manche noch bei der Hitze noch fähig sind. In Dlouha Louka wäre mir spätestens an der Kirche der Kopf weggeplatzt. :D :hut:
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Re: Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon Radler am Mo 10. Aug 2015, 07:43

Klasse gemacht und geschrieben. Und was Unvernunft ist, darüber kann man streiten :D
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Re: Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon Cotopaxi am Mo 10. Aug 2015, 11:20

Hallo Jungs,

Danke Torsten fuer den feinen Bericht.
Die Warterei (Mueckentuermchen, Verpflegungspunkte, Plattfuss usw) hat uns ganz schoen aus dem Rhythmus gebracht. Beim naechsten Mal wird locker durchgefahren. Da leidet man weniger, findet sich auf den vorderen Plaetzen wieder und hat noch was vom Nachmittag ;-)

ciao rix
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Re: Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon centurio-tle am Mo 10. Aug 2015, 20:16

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Re: Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon Barus am Mo 10. Aug 2015, 20:22

Der Hund auf dem dritten Bild führt sich selbst... :auslachen:
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Re: Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon Falcon am Mo 10. Aug 2015, 21:10

centurio-tle hat geschrieben:250km/4900hm
...Die Temperaturen erreichten jetzt Spitzenwerte und zeigten ca. 37-40°C an.


:ohnmacht:

:anbetung: :anbetung: :anbetung:

...die Kombination ist nix für mich...
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Re: Krušnoton >tschechischer Glutofen<

Beitragvon kinderwelt am Mo 10. Aug 2015, 22:42

[quote="centurio-tle"]Aus dem Koma erwacht will ich euch ein paar Zeilen schreiben:

Das Fazit zu Beginn: Es war wohl das Härteste was ich bis dato gemacht habe (250km/4900hm).

Den Krusnoton werde ich bestimmt nochmal fahren..
Darauf hoffe ich ganz stark im nächsten Jahr..
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