Norwegen 2016

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Re: Norwegen 2016

Beitragvon roland-bike am Do 16. Mär 2017, 21:10

ja wirklich sehr schön Dein Abenteuer, macht Spaß mitzulesen.
Ich bin im Juni durch Norwegen gefahren, das war das Wetter teilweise noch schwierig,
aber im März, absolute Hochachtung vor Deine Leistung :daumen:
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Re: Norwegen 2016

Beitragvon Falcon am Mo 20. Mär 2017, 23:08

roland-bike hat geschrieben:ja wirklich sehr schön Dein Abenteuer, macht Spaß mitzulesen.


Danke!

roland-bike hat geschrieben:...,
aber im März, absolute Hochachtung vor Deine Leistung :daumen:


Im März tippe ich diesen Bericht, da würde ich auch nicht in Norwegen radeln wollen... ;)
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Re: Norwegen 2016

Beitragvon Falcon am So 7. Mai 2017, 22:29

11. Tag

Morgens strahlt schon wieder die Sonne ungehindert vom wolkenlosen Himmel, bis sie auch mein Zelt direkt erreicht und die Feuchtigkeit der Nacht trocknet.
Das Frühstück ist wie das Abendessen direkt am Fluss sehr schön.
Zuerst fahre ich weiter sanft abfallend im Tal des Flusses Jølstra und bin nicht mehr weit von Førde entfernt, wo ich vor ein paar Tagen schon mal war. Aber es soll ja mir noch unbekanntes Gelände entdeckt werden.
Ich biege auf eine kleine, kaum befahrene Straße ab, fahre durch Wald und eine Weile entlang des Sees Holstavatnet, in dem sich umgebende Landschaft spiegelt.
Am Ende des Sees steigt die Straße zum ersten kleinen Pass des Tages an. Es geht überwiegend im Wald bergan und ich bin mittlerweile dankbar für den Schatten. Nach 450 Höhenmetern bin ich schon oben und mache Rast und genieße die Stille und den Blick in die sonnige Landschaft. Mit ein paar Schwüngen geht es wieder bergab und wieder geht es an Fluss und Seen entlang. In dem winzigen Dörfchen Vik kann ich sogar noch meine Lebensmittelvorräte auffrischen. So bin ich gut für den zweite Anstieg das Tages gerüstet. Diese Straße über das Gaularfjell zieht sich immerhin mit 600 Höhenmetern am Stück bergan, aber es geht in mehreren Etappen und Rampen mit flachen Abschnitten eher gemütlich nach oben. Ich genieße die Stille der Straße und rolle entspannt durch die wunderschöne Landschaft wieder entlang von eine Fluss und mehreren Seen. Auf den letzten Höhenmetern zum Pass scheuche ich ein paar Schafe auf, die in ein paar Metern vor mir her trotten und mich auch oben auf dem Pass noch Rast beobachten.
In diese Idylle hinein platzt ein Auto, das unweit von mir abrupt anhält ein Fahrer asiatischen Ursprungs herausguckt und mich nach dem Weg fragt. Danach stürzt er in ein mobiles Toilettenhäuschen, das Bauarbeiter hierher geschafft haben und verschafft sich Erleichterung. Mit quietschenden Reifen fährt er wieder in die Richtung, aus der er gekommen ist…
Weiter führt die Straße entlang des letzten Sees, bevor die überragende Abfahrt beginnt. Ganz oben haben die Norweger wieder mal einen etwas architektonisch ausgefallene Aussichtspunkt hingebaut, der im ersten Moment wie ein Gestell einer fliegende Untertasse aussieht, das auf dem Kopf gelandet ist. Von hier hat man einen gigantischen Ausblick in das Tal und die Straße, die sich in etlichen Serpentinen den Berg hinabwindet.
Die Abfahrt wird zur reinen Genussfahrt und ich rolle weiter bis an einen der zahlreichen Seitenarme des Sognefjords, dem Vetlefjord. Hier, am längsten Fjord Norwegens, fahre ich noch ein paar Kilometer und erreiche Dragsvik. Ich rolle auf die Fähre und bin überrascht, dass ich nicht abkassiert werde. Auf Nachfrage sagt man mir, dass Radfahrer kostenlos mitgenommen werden. Das ist überraschend, dauert doch die Überfahrt mit Zwischenstopp in Hella ziemlich lange und wird das erste und letzte Mal auf meiner Tour so sein.
Nachdem ich in Vangsness von der Fähre gehe, suche ich gleich eine Übernachtungsmöglichkeit und finde nach wenigen hundert Metern ein sagenhaft idyllischen, winzigen Zeltplatz. Ich kann mein Zelt direkt am Ufer des Fjordes aufschlagen und genieße beim Essenkochen vor dem Zelt die Abendstimmung. Da nur noch zwei weitere Zelte hier stehen, ist es ausgesprochen ruhig und man sich ganz dem Naturschauspiel hingeben.
Das Geräusch von den kleine Wellen, die an des Ufer klatschen, begleitet mich in den Schlaf.

Die Strecke: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=gxntymqffhfzxkba
Dateianhänge
11 Holsavatn.jpg
Holsavatn
11 Holsavatn_2.jpg
Holsavatn_2
11 Idylle.jpg
Idylle
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11 Gaularfjell
11 Abfahrt vom Gaularfjell.jpg
Abfahrt vom Gaularfjell
11 Zeltplatz Sognefjord.jpg
Am Sognefjord
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Re: Norwegen 2016

Beitragvon radler13 am Di 25. Jul 2017, 11:58

Falcon hat geschrieben:
Ich hatte ne ziemlich normale Regenjacke und eine Windstopper-Hose, die einiges, aber nicht alles abhält. Aber bei Dauerregen stellt sich irgendwann ein Gleichgewicht ein: Regen von draußen, alle Lüftungsklappen der Jacke und Hose aufmachen, so dass der vom Körper produzierte Schweiß einen nicht von innen unter Wasser setzt. So habe ich es bei körperlicher Betätigung auch bei diesen Temperaturen ziemlich lange ausgehalten. Dumm wird es nur, wenn man sich nicht mehr bewegt, also in längeren Abfahrten und an Fähranlegestellen ;)
Ich habe jedenfalls noch keine Klamotten gefunden, die wirklich atmungsaktiv sind und sich nicht mit Wasser vollsaugen - ist m. M. ein ungelöstes Problem.
Ach so, unterwegs habe ich einen meiner Überschuhe verloren :wand: Ich bin dann ohne Überschuhe weiter gefahren. So nach ein/zwei Stunden steht dann zwar das Wasser in den Schuhen, aber das geht auch irgendwie, so lange man in Bewegung bleibt. Und wenn man abends nach Oma's Art Zeitung in die Schuhe reinstopft, sind die morgens wieder ziemlich trocken. Ich habe viele Zeitungseiten in diesen Tagen verbraucht...


Also was atmungsaktive Klamotten angeht, kenne ich Jacken, mit denen meine Freunde und ich absolut zufrieden sind. Und zwar meine ich die Packable Refelctive Laufjacken.
Sie bestehen aus leicht gewebtem reflektierendem Material und gleiten somit leicht durch den Wind und sind natürlich wind- und wasserbeständig und halten durch ihre NB Dry Technologie, Schweiß und andere Elemente fern.
Das Praktische ist, dass man sie ganz leicht verstauen kann. Also falls das Wetter so extrem schwankend ist, hat man kein Problem damit, sie einfach wegzupacken, sodass sie auch nicht zur Last wird :D
Ich habe mir damals eine von New Balance auf der Seite von Yoox bestellt.
Ich habe auch nochmal gegooglet ob die vllt auch von anderen Marken angeboten wird.
Anfangs dachte ich nämlich, dass "Packable Reflective Jacken" vllt ein allgemeiner Sammelbegriff sind. Also für Jacken aller Art mit dieser Funktion.
Aber andere Marken werden dann wohl einen anderen Namen für sie haben.
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Re: Norwegen 2016

Beitragvon rudirenner am Mi 21. Feb 2018, 13:44

Falcon hat geschrieben:11. Tag

Morgens strahlt schon wieder die Sonne ungehindert vom wolkenlosen Himmel, bis sie auch mein Zelt direkt erreicht und die Feuchtigkeit der Nacht trocknet.
Das Frühstück ist wie das Abendessen direkt am Fluss sehr schön.
Zuerst fahre ich weiter sanft abfallend im Tal des Flusses Jølstra und bin nicht mehr weit von Førde entfernt, wo ich vor ein paar Tagen schon mal war. Aber es soll ja mir noch unbekanntes Gelände entdeckt werden.
Ich biege auf eine kleine, kaum befahrene Straße ab, fahre durch Wald und eine Weile entlang des Sees Holstavatnet, in dem sich umgebende Landschaft spiegelt.
Am Ende des Sees steigt die Straße zum ersten kleinen Pass des Tages an. Es geht überwiegend im Wald bergan und ich bin mittlerweile dankbar für den Schatten. Nach 450 Höhenmetern bin ich schon oben und mache Rast und genieße die Stille und den Blick in die sonnige Landschaft. Mit ein paar Schwüngen geht es wieder bergab und wieder geht es an Fluss und Seen entlang. In dem winzigen Dörfchen Vik kann ich sogar noch meine Lebensmittelvorräte auffrischen. So bin ich gut für den zweite Anstieg das Tages gerüstet. Diese Straße über das Gaularfjell zieht sich immerhin mit 600 Höhenmetern am Stück bergan, aber es geht in mehreren Etappen und Rampen mit flachen Abschnitten eher gemütlich nach oben. Ich genieße die Stille der Straße und rolle entspannt durch die wunderschöne Landschaft wieder entlang von eine Fluss und mehreren Seen. Auf den letzten Höhenmetern zum Pass scheuche ich ein paar Schafe auf, die in ein paar Metern vor mir her trotten und mich auch oben auf dem Pass noch Rast beobachten.
In diese Idylle hinein platzt ein Auto, das unweit von mir abrupt anhält ein Fahrer asiatischen Ursprungs herausguckt und mich nach dem Weg fragt. Danach stürzt er in ein mobiles Toilettenhäuschen, das Bauarbeiter hierher geschafft haben und verschafft sich Erleichterung. Mit quietschenden Reifen fährt er wieder in die Richtung, aus der er gekommen ist…
Weiter führt die Straße entlang des letzten Sees, bevor die überragende Abfahrt beginnt. Ganz oben haben die Norweger wieder mal einen etwas architektonisch ausgefallene Aussichtspunkt hingebaut, der im ersten Moment wie ein Gestell einer fliegende Untertasse aussieht, das auf dem Kopf gelandet ist. Von hier hat man einen gigantischen Ausblick in das Tal und die Straße, die sich in etlichen Serpentinen den Berg hinabwindet.
Die Abfahrt wird zur reinen Genussfahrt und ich rolle weiter bis an einen der zahlreichen Seitenarme des Sognefjords, dem Vetlefjord. Hier, am längsten Fjord Norwegens, fahre ich noch ein paar Kilometer und erreiche Dragsvik. Ich rolle auf die Fähre und bin überrascht, dass ich nicht abkassiert werde. Auf Nachfrage sagt man mir, dass Radfahrer kostenlos mitgenommen werden. Das ist überraschend, dauert doch die Überfahrt mit Zwischenstopp in Hella ziemlich lange und wird das erste und letzte Mal auf meiner Tour so sein.
Nachdem ich in Vangsness von der Fähre gehe, suche ich gleich eine Übernachtungsmöglichkeit und finde nach wenigen hundert Metern ein sagenhaft idyllischen, winzigen Zeltplatz. Ich kann mein Zelt direkt am Ufer des Fjordes aufschlagen und genieße beim Essenkochen vor dem Zelt die Abendstimmung. Da nur noch zwei weitere Zelte hier stehen, ist es ausgesprochen ruhig und man sich ganz dem Naturschauspiel hingeben.
Das Geräusch von den kleine Wellen, die an des Ufer klatschen, begleitet mich in den Schlaf.

Die Strecke: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=gxntymqffhfzxkba


Wunderschöne Strecke! auf jeden Fall auf meiner Bucketlist!
Keine Gnade für die Wade.
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Re: Norwegen 2016

Beitragvon Falcon am Do 12. Apr 2018, 22:27

rudirenner hat geschrieben:Wunderschöne Strecke! auf jeden Fall auf meiner Bucketlist!


Ja, sehr empfehlenswert.
Dieses Jahr noch?
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Re: Norwegen 2016

Beitragvon Falcon am Do 12. Apr 2018, 22:35

So, ich muss das noch zu Ende bringen:

12. Tag

Der Blick am Morgen aus dem Zelt ist traumhaft: Im Fjord liegen Wolkenbänke und -fetzen, ansonsten ist der Himmel blau und die Wellen plätschern sanft am Ufer. Eine schönere Kulisse für ein Frühstück kann ich mir nicht vorstellen.
Der Zeltplatzwirt hat sich immer noch nicht sehen gelassen, also stecke ich 100 Kronen mit einer Notiz, dass es mir sehr gefallen hat, hinter die Scheibe des kleinen Häuschens.
Zuerst rolle ich nur ein kleines Stück am Fjord entlang. Am Ende des kleinen Seitenfjordes liegt das Örtchen Vikøyri. Ich habe Zeit, bummle etwas herum und gerade als ich mich in die Berge verziehen will, zeigt mir ein Wegweiser einen kulturellen Höhepunkt, den ich mir nicht entgehen lassen will: Eine Stabkirche. Diese Holzkirchen sind uralt und sehen aus wie aus einem Märchenfilm. Es ist sehr erstaunlich, dass es noch ein paar Exemplare aus dem 12. Jahrhundert gibt. Danach wird es wieder sportlich. Ein langer, langer Anstieg beschäftigt mich jetzt eine ganze Weile. Die Aussichten zurück über den Fjord sind wunderschön und ich halte immer wieder mal an. Die Steigungsprozente sind genauso wie der Verkehr erträglich. Weiter oben wird eine wunderbare Fernsicht geboten und es ist einfach herrlich. Nach fast meditativem Kurbeln bin ich irgendwann oben auf gut 1000 Metern angekommen, verschnaufe, genieße zum letzten Mal den Blick zurück und tauche dann in den Storhaugtunnelen, reichlich 1 km lang. Auf der anderen Seite geht es erst mal ein paar Kilometer wellig oben im Fjäll entlang. Die Weite der Landschaft ist wieder mal überwältigend, besonders, wenn kein Auto zu hören ist. Die darauf folgende Abfahrt zieht sich in die Länge – gut für mich, ich kann es rollen lassen. Nach einer steileren Stelle mit ein paar Serpentinen rolle ich durch Myrkdalen. Hier tobt im Winter bestimmt der Bär: Mountain Resort mit Hotelneubauten.
In Vinje muss ich auf die E13 einbiegen mit ungewohnt viel Verkehr. Hässlich, aber machbar.
Weiter an der Strecke liegt rechter Hand Tvindefossen. Ein Wasserfall, wieder wie aus einem Märchenfilm entsprungen, der sich sehr breit über viele größere und kleiner Stufen seinen Weg gebahnt hat. Und davor viele staunende Touristen, so auch ich.
Der Verkehr nervt mich und ich bin froh, dass ich hier die Hauptstraße verlassen kann. Die hier gebaute Nebenstraße ist natürlich viel ruhiger und ohne jegliche Begradigung verwunden in die Landschaft gelegt. Die kleinen, steilen Anstiege sind richtig fies Dieses Profil und zugegebenermaßen auch die anderen Radfahrer, die ich natürlich unbedingt in meinem Stolz überholen muss, saugen die letzten Körner aus mir heraus.
Irgendwann ist auch dieser Spaß vorbei und ich rolle entspannt Vossevangen entgegen. Ich suche den Zeltplatz und sehe oje – was für ein Unterschied! Zelte und Wohnwagen eng beieinander. Irgendwie finde ich noch direkt neben einen Müllcontainer einen Platz, zumindest dieser Weg ist heute Abend nicht weit. Die Sanitäranlagen und sonst ist alles ok, ein See ist nah, aber diese Enge bin ich nicht mehr gewohnt.
Gute Nacht!

Die Strecke:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=smxbcqwpuhbbuvob
Dateianhänge
12 Morgen am Sognefjord.jpg
Morgens am Fjord
12 Hoppestad Stabkirche.jpg
Hoppestad Stabkirche
12 Blick über Sognefjord.jpg
Blick zurück über den Sognefjord
12 im Fjell.jpg
im Fjell
12 im Fjell 2.jpg
im Fjell
12 Tvindefossen.jpg
Tvindefossen
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