Unvermeidlich eins auf die Birne...

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon mikel am So 23. Okt 2011, 09:39

Das mit der riskanteren Fahrweise stimmt. Dazu kommt: auch der Autofahrer nimmt weniger Rücksicht; sieht er einen Helm. Wie auch immer, ein Helm ist ein guter Kompromiss zwischen Bequemlichkeit und Nutzen. Und ich wollte mir selbst im Nachhinein keine Selbstvorwürfe machen wollen; sollte ich mal eins auf die Birne bekommen. Aber weder überzeugen die Befürworter die Ablehner als auch umgekehrt.
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon peso am So 23. Okt 2011, 14:00

mi67 hat geschrieben:Für mich reicht auch dieser nachgewiesene "Bagatellschutz" aus, um den Helm freiwillig zu tragen.


Das ist auch für mich der Grund, einen Helm zu tragen.

Ob dieser Schutz durch andere Effekte (Risikokompensation, zu dichtes Überholen etc.) nicht wieder ausgeglichen, negiert wird, wer will das schon abschließend bewerten können? Deshalb überwiegt in Sachen Helmpflicht bei mir die Skepsis.

Wobei für mich das Aufregungspotential in dieser Sache eher gering ist.
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon Charlie am So 23. Okt 2011, 15:53

peso hat geschrieben:Wobei für mich das Aufregungspotential in dieser Sache eher gering ist.


bei mir ist es unendlich HOCH :D
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon mi67 am So 23. Okt 2011, 16:43

peso hat geschrieben:Wobei für mich das Aufregungspotential in dieser Sache eher gering ist.

Heute hatte ich dann doch noch meinen Aufreger mit Helmbeteiligung. ;)
Es ging diesmal auf vier Rädern zum Sightseeing nach Wechselburg (romanische Klosterkirche, Schlossgarten, ...). Wir wollten gerade wieder Richtung Leipzig losmachen, als ein Biker direkt an der oberen Serpentine im Ortszentrum den Gashahn voll aufriss, sein Geschoss dabei querstellte und - als sich die Kiste wieder in den Asphalt krallte - im hohen Bogen auf der Gegenseite von ihr herunterkatapultiert wurde. Klassischer Highsider.

Das Ergebnis war ein regungsloser Körper auf dem Asphalt, dessen Inhaber lautstark röchelte und ins Leere starrte. Also Helm ab, Hals auf Spannung halten und etwas lagern. Andere Passanten hatten bereits den Notarzt gerufen, der dann entsprechend der Befundbeschreibung später auch per Heli kam. Nach ca. 7 min der Himmelsschau war der rüstige Raser allerdings wieder größtenteils ins Diesseits zurückgekommen, fragte aber unablässig nach dem Geschehenen, was ihm ein gefühltes dutzend Mal erklärt wurde, worauf er jedes Mal meinte, das könne ja gar nicht sein und nach kurzer Unterbrechung die 13. Frage wieder gleichlautend gestellt wurde ...
Alles so weit easy, nur das schwerste an der Aktion war, den Herrn vor dem Aufspringen zurückzuhalten, denn er wähnte bald, es sei alles in allerbester Ordnung.
Danach halt das volle Konzert aus Weiss, Rot (die Karre war leck geschlagen) und Blaugrün ...
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon AKing am So 23. Okt 2011, 17:43

mi67 hat geschrieben:Alles so weit easy, nur das schwerste an der Aktion war, den Herrn vor dem Aufspringen zurückzuhalten, denn er wähnte bald, es sei alles in allerbester Ordnung.


...bei meinen Crash´s war das auch immer so. Zuerst kein Schmerzempfinden und dann nach einer Stunde kommen die Schmerzen.

Würde aus diesem Grund auch jedem unfallgeschädigten Radfahrer empfehlen erstmal wieder runter zu kommen und falls nicht selber verschuldet, die Polizei zurufen. Die Radschäden sind immer schnell sichtbar, aber die körperlichen Beschwerden kommen dann erst.
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon SchmidtsKatze am So 23. Okt 2011, 19:37

AKing hat geschrieben:
mi67 hat geschrieben:Alles so weit easy, nur das schwerste an der Aktion war, den Herrn vor dem Aufspringen zurückzuhalten, denn er wähnte bald, es sei alles in allerbester Ordnung.


... Würde aus diesem Grund auch jedem unfallgeschädigten Radfahrer empfehlen erstmal wieder runter zu kommen ...


Naja, das was Micha da beschreibt nennt man ein klassisches Durchgangssyndrom. Bedeutet - der Gestürzte wird die Zeit in der er immer wieder die selbe Frage stellt, im nach hinein nur als dunkles Loch in seiner Erinnerung wiedergeben. Jemanden in so einer Phase beizubringen das er sich wieder fangen soll, ist etwa so schwierig wie eine Kuh das Rückenschwimmen zu lernen ...
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon mi67 am So 23. Okt 2011, 19:52

SchmidtsKatze hat geschrieben:Naja, das was Micha da beschreibt nennt man ein klassisches Durchgangssyndrom. Bedeutet - des Gestürzte wird die Zeit in der er immer wieder die selbe Frage stellt, im nach hinein nur als dunkles Loch in seiner Erinnerung wiedergeben. Jemanden in so einer Phase beizubringen das er sich wieder fangen soll, ist etwa so schwierig wie eine Kuh das Rückenschwimmen zu lernen ...

... womit klar werden sollte, dass man in dieser Situation nicht in der Lage ist, die eigenen Handlungen zu planen. Jeglicher Vorsatz, man wolle sich in dieser Situation so oder so verhalten, läuft leider im Ernstfall ins Leere, da man selber ja gar nicht begreift, in welcher Situation man überhaupt ist. Wenn dann niemand dabei ist und einen am Boden hält, dann spaziert man nun mal in der Gegend herum - egal ob wirklich alles OK ist, oder ob ein Arm nur noch durch Kleidungsstücke mit dem Körper verbunden ist. Ergo kann man auch auf Selbstdiagnosen des Verletzten in dieser Situation keinen Pfennig geben.
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon Uhle am So 23. Okt 2011, 20:07

keinen Pfennig geben.

oder Cent :spam:
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon AKing am So 23. Okt 2011, 20:20

SchmidtsKatze hat geschrieben:Naja, das was Micha da beschreibt nennt man ein klassisches Durchgangssyndrom. Bedeutet - des Gestürzte wird die Zeit in der er immer wieder die selbe Frage stellt, im nach hinein nur als dunkles Loch in seiner Erinnerung wiedergeben. Jemanden in so einer Phase beizubringen das er sich wieder fangen soll, ist etwa so schwierig wie eine Kuh das Rückenschwimmen zu lernen ...


Das hier ist natürlich ein extremer Fall. In solchen Situationen müssen die nichtgeschädigten, umgebenden Menschen hier das denken übernehmen :daumen:

Nach meiner Erfahrung stellen sich aber auch scheinbar leichte Unfälle, später als schwerer heraus, als das Unfallopfer/Beteiligten es in dem Moment wahr haben möchte. Gerade wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer (Mit-)Schuld hat, sollte die Polizei geholt werden - auch wenn der Schuldige das in diesem Moment nicht möchte. In meinem speziellen Fall hatte mich ein Opa im Daimler angefahren und wollte mich dann zwei Tage später dafür anzeigen. :lol:
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon mi67 am Mo 24. Okt 2011, 12:28

AKing hat geschrieben:Nach meiner Erfahrung stellen sich aber auch scheinbar leichte Unfälle, später als schwerer heraus, als das Unfallopfer/Beteiligten es in dem Moment wahr haben möchte. Gerade wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer (Mit-)Schuld hat, sollte die Polizei geholt werden ...

Jepp, kann nicht oft genug betont werden.

Zurück zum Helm: auf der Skipiste bin ich mit meinem Radhelm auf der Birne auch ein Exot! Dort trage ich alte (zerkratzt aber nicht zerbrochen) Radhelme auf. Mit Stirnband darunter bleiben auch die Ohrwatscheln schön warm, und die Windgeräusche sind dann auch nicht mehr so laut. ;)
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