Unvermeidlich eins auf die Birne...

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon Pascal am Fr 20. Jun 2014, 09:57

Ja schwieriges Thema. Das mit dem Anschnallen hat ja auch gedauert, bis dass allgemeiner Konsens war. In einer alten Ausgabe vom 7.Sinn http://youtu.be/xixym7vGUQ4 haben die Frauen Angst, dass ihre Brüste gequetscht werden.

Also, alle nichtrauchen und Helm benutzen!

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon Karbe am Fr 20. Jun 2014, 10:29

Zum Vergleich mit der Anschnall-Pflicht im Auto:

5. Die Argumente gegen eine Helmpflicht erinnern mich an die Argumente gegen eine Gurtpflicht im Auto. Angurten schützt, der Helm auch, beides sollte daher Pflicht sein, oder?

Es gibt viele Parallelen bei Gurt- und Helmpflicht - aber auch einen wichtigen Unterschied. Eine Helmpflicht hat wahrscheinlich negative Nebenwirkungen, so legen es zumindest Studien nahe. Es würden wahrscheinlich weniger Menschen radeln, dadurch gäbe es mehr Herz- und Kreislauferkrankungen, weil die Bewegung fehlt. Derartige Nebenwirkungen gibt es bei der Gurtpflicht nicht. Wer den Gurt nicht mag, wird eher nicht aufs Autofahren verzichten. Er ändert sein Verhalten also kaum - und falls doch, steigt er vielleicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel um, was das Unfallrisiko sogar minimal senkt.

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaeh ... 64963.html

Grüße
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon Frank am Fr 20. Jun 2014, 14:32

peso hat geschrieben:In dieses phantastisch günstige Verhältnis würde eine Helmpflicht beeinträchtigend eingreifen, allerdings zeigt die inzwischen über Jahre anhaltende Diskussion, daß man auch von Regulierungsseite nicht leichtfertig eine solche Restriktion umsetzen wird.


das war ja aber für die Radfahrer auch eine unbefriedigende Situation, denn einerseits wird ein Schutz (der Helm) nicht gesetzlich vorgeschrieben, vor Gericht aber mit den allgemeinen Erfahrungswerten, dass ein Helm zumutbar ist und schützt, gegen den Radfahrer argumentiert :raetsel:

Im Übrigen glaube ich nicht, dass eine gesetzliche Helmpflicht zu einer Verringerung der Radnutzung führen würde. Es wird immer auf die Erfahrungen aus Australien verwiesen, aber ob diese so 1:1 auf Deutschland übertragbar sind? Gleichwohl denke ich, dass es bezüglich der Sicherheit der Radfahrer dringendere Probleme gibt, wie z.B. bessere Radwege usw.

Sinnvoll ist in meinen Augen eine Helmpflicht für Kinder, so wie dies in einigen Ländern üblich ist. Dadurch tritt eventuell ein Gewöhnungseffekt ein, und es werden auch Erwachsene für die Problematik sensibilisiert. Hier in Deutschland läuft die Diskussion ja sofort heiß als würde man die Null-Promille-Grenze beim Autofahren fordern.
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon Barus am Fr 20. Jun 2014, 15:18

Lass uns doch gleich Nägel mit Köpfen machen und ein Komplettpaket schnüren: Neben der Helmpflicht eine Haftpflichtversicherung, eine turnusmäßige Hauptuntersuchung, einen Fahrradführerschein, Sehtest, Steuer, Maut, etc.pp... :D
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon sippe am Fr 20. Jun 2014, 16:16

Barus hat geschrieben:Lass uns doch gleich Nägel mit Köpfen machen und ein Komplettpaket schnüren: Neben der Helmpflicht eine Haftpflichtversicherung, eine turnusmäßige Hauptuntersuchung, einen Fahrradführerschein, Sehtest, Steuer, Maut, etc.pp... :D


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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon Ingmar am So 22. Jun 2014, 06:43

Frank hat geschrieben:Im Übrigen glaube ich nicht, dass eine gesetzliche Helmpflicht zu einer Verringerung der Radnutzung führen würde.


Mindestens im Bereich der, derzeit boomenden und von vielen Städten gewollten sowie mitfinanzierten Mietradsystemen würde die Radnutzung (extrem) abnehmen.
Diese Räder nimmt man meist spontan und immer "nur für den Fall" einen Helm rumtragen - wer würde dies tun?
Und mit dem Mietrad auch den Helm leihen? Jeder von uns weiß wie viel Schweiß in einem Helm landen kann - ich würde keinen derart gebrauchten Helm tragen...
Anders gesagt, ich glaube jede Art der spontanen Radnutzung würde hierdurch sehr erschwert.
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon Barus am So 22. Jun 2014, 08:51

Wie viele Leute sind heutzutage mit dem Rad entsprechend der StVO und der StVZO unterwegs? Da wird es auf einen Delikt mehr oder weniger auch nicht mehr ankommen...
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon sippe am So 22. Jun 2014, 23:18

Barus hat geschrieben:Wie viele Leute sind heutzutage mit dem Rad entsprechend der StVO und der StVZO unterwegs? Da würde es auf einen Delikt(?) mehr oder weniger auch nicht mehr ankommen...


@Barus: :keks:
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon Barus am So 22. Jun 2014, 23:52

Dann eben Ordnungswidrigkeit.
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitragvon peso am Di 24. Jun 2014, 14:45

Frank hat geschrieben:Sinnvoll ist in meinen Augen eine Helmpflicht für Kinder, so wie dies in einigen Ländern üblich ist.


Für deine Kinder gibt es bereits eine Helmpflicht, wenn du das so möchtest. ;-)

Frank hat geschrieben:... denn einerseits wird ein Schutz (der Helm) nicht gesetzlich vorgeschrieben, vor Gericht aber mit den allgemeinen Erfahrungswerten, dass ein Helm zumutbar ist und schützt, gegen den Radfahrer argumentiert :raetsel:


§ 254 ist eine weitere Manifestation des Prinzips von Treu und Glauben und der Bezug auf die formulierte Obliegenheit zur Schadensabwendung und- minderung durch die Versicherer durchaus naheliegend.

Es gibt keine gesetzlich verankerten Pflichten zum Tragen von Schutzkleidung auf dem Motorrad, für die Prüfung von Bilanzen vor dem Kauf eines Unternehmens, zur angemessenen Wertdeklaration beim Versenden von Gütern etc. Dennoch kommt hier im Schadensfall § 254 regelmäßig zur Anwendung.

Nur ist das Radfahren keine besonders gefährliche Unternehmung, sind Kopfverletzungen vergleichsweise selten, ist die Schutzwirkung der gängigen Helme mindestens umstritten und gibt es darüber hinaus eben kein in der Gesellschaft verankertes "Bewußtsein", es sei vernünftig und durch die Sorgfaltspflicht gegenüber sich selbst geboten, auf dem Rad einen Helm zu tragen.

Das alles spricht im vorliegenden Fall gegen einen Rückgriff auf § 254 - und auch gegen eine gesetzliche Helmpflicht, deren Einführung nach jüngsten Aussagen von Dobrindt auch nicht geplant ist.
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