Kein Abschluß...

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Rudy
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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von Rudy » Mi 16. Feb 2011, 02:24

Wer ein Chinesisches Schnitzel ißt was eigentlich für einen Gewichtheber aus Bulgarien produziert wurde muss ja frei gesprochen werden.
BildSportler leben nicht länger Sie sterben nur gesünder.

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Frank
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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von Frank » Mi 16. Feb 2011, 09:21

SXHC hat geschrieben:Die Wada wird widersprechen. hatten sie ja schon angekündigt.
und wird vor dem CAS hoffentlich Recht bekommen
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Chelm
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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von Chelm » Mi 16. Feb 2011, 09:27

peso hat geschrieben:Wenn hier schon gefeiert wird...ein Festtag für den Radsport! Contador unschuldig!

:liebe:

Sind wir nicht alle ein bisschen Spanier ... Zweierlei Maß im Radsport nichts ungewöhnliches, dass aber ausgerechnet ein Präzidenzfall aus Deutschland Contador den Weg ebnet, ist "lustig". :D
In Spanien werden sie ihn feiern, in Frankreich wohl eher verachten, die ASO ist auch mächtig genug ihn als Persona non grata zu definieren.
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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von peso » Mi 16. Feb 2011, 11:39

Frank hat geschrieben:
SXHC hat geschrieben:Die Wada wird widersprechen. hatten sie ja schon angekündigt.
und wird vor dem CAS hoffentlich Recht bekommen
Da bin ich mir noch nicht so sicher. Die UCI gab vier Möglichkeiten an, um die Clenbuterolrückstände zu erklären.

a) Rückstände in Nahrungsergänzungsmitteln
b) Rückstände in Nahrungsmitteln
c) Microdosierung von Clenbuterol
d) Blutdoping mit Rückständen von Clenbuterol aus der betreffenden Infusion

A) konnte man durch Analysen ausschließen, c) paßt nicht zu den positiven Befunden und hätte (in dieser durch die Proben nachgewiesenen Menge) zudem keinen leistungssteigernden Effekt. D) ist auch nicht möglich, schließlich liegt der Blutpaß Contadors vor - und der ist nach Ansicht diverser Eperten (auch der UCI und der WADA) für den betreffenden Zeitraum völlig unauffällig.

Jetzt soll die WADA aber gerne mal erklären, inwiefern der Blutpaß auf einmal keine Aussagekraft mehr besitzen soll, wenn man andererseits diverse Athleten allein aufgrund dieser Werte sperren möchte. Catch 22. :D

Und wenn man alles Unmögliche ausgeschlossen hat...
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"Ich bin in diesem Jahr auf noch keiner Ausfahrt schneller als 24 km/h im Schnitt gewesen." (Anonymer Radfahrer, 2005)

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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von Frank » Mi 16. Feb 2011, 12:20

peso hat geschrieben:
Frank hat geschrieben:
SXHC hat geschrieben:Die Wada wird widersprechen. hatten sie ja schon angekündigt.
und wird vor dem CAS hoffentlich Recht bekommen
Da bin ich mir noch nicht so sicher. Die UCI gab vier Möglichkeiten an, um die Clenbuterolrückstände zu erklären.

a) Rückstände in Nahrungsergänzungsmitteln
b) Rückstände in Nahrungsmitteln
c) Microdosierung von Clenbuterol
d) Blutdoping mit Rückständen von Clenbuterol aus der betreffenden Infusion

A) konnte man durch Analysen ausschließen, c) paßt nicht zu den positiven Befunden und hätte (in dieser durch die Proben nachgewiesenen Menge) zudem keinen leistungssteigernden Effekt. D) ist auch nicht möglich, schließlich liegt der Blutpaß Contadors vor - und der ist nach Ansicht diverser Eperten (auch der UCI und der WADA) für den betreffenden Zeitraum völlig unauffällig.

Jetzt soll die WADA aber gerne mal erklären, inwiefern der Blutpaß auf einmal keine Aussagekraft mehr besitzen soll, wenn man andererseits diverse Athleten allein aufgrund dieser Werte sperren möchte. Catch 22. :D

Und wenn man alles Unmögliche ausgeschlossen hat...
ja, es dürfte schwer werden, eine bewusste Aufnahme nachzuweisen, genauso wenig wird man Beweise für eine unbabsichtigte Aufnahme finden
das Steak ist ja nun einmal verzehrt

Punkt C müsste genau genommen ja aber doch zu einer Sperre führen, das Clenbuterol war ja nachweisbar, und wenn es über dem festgelegten Grenzwert liegt, dann ist es doch unerheblich, ob es leistungssteigernd war oder nicht
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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von peso » Mi 16. Feb 2011, 12:36

Frank hat geschrieben: Punkt C müsste genau genommen ja aber doch zu einer Sperre führen, das Clenbuterol war ja nachweisbar, und wenn es über dem festgelegten Grenzwert liegt, dann ist es doch unerheblich, ob es leistungssteigernd war oder nicht
Es gibt für Clenbuterol keinen Grenzwert. "Pech" für Contador, daß die Kölner inzwischen solch winzige Mengen im Urin nachweisen können.

Aber Art. 296 des UCI-Codes entlastet den Athleten, wenn er zeigen kann, "that he bears No Fault or Negligence". Das versucht er in seiner Verteidigung durch den Ausschluß der anderen Möglichkeiten zu zeigen, da er ja die Schnitzelthese nicht hinreichend glaubwürdig belegen kann.

Lustig ist eigentlich der Ablauf des Verfahrens:

- Contadors A-Probe ist postitiv
- Contador wird informiert
- Contadors B-Probe ist positiv
- Die UCI wird informiert und um eine Stellungnahme gebeten
- Man weiß nicht so recht, wie man mit dem Befund umgehen soll
- Schmierfink Seppelt erfährt nach mehreren Monaten davon und bringt die Sache an die Öffentlichkeit
- Der spanische Verband ermittelt
- Der spanische Verband schlägt Contador eine Sperre von einem Jahr vor (!)
- Contador lehnt ab
- Zapatero legt per Twitter-Beschluß fest, daß Contador auf gar keinen Fall gesperrt werden dürfe
- Der spanische Verband geht noch einmal in sich und spricht Contador frei

:liebe:
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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von SXHC » Mi 16. Feb 2011, 12:38

puh ich dachte schon da wäre etwas nicht mit rechten dingen zugegangen... ;)

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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von Frank » Mi 16. Feb 2011, 13:24

peso hat geschrieben:
Frank hat geschrieben: Punkt C müsste genau genommen ja aber doch zu einer Sperre führen, das Clenbuterol war ja nachweisbar, und wenn es über dem festgelegten Grenzwert liegt, dann ist es doch unerheblich, ob es leistungssteigernd war oder nicht
Es gibt für Clenbuterol keinen Grenzwert. "Pech" für Contador, daß die Kölner inzwischen solch winzige Mengen im Urin nachweisen können.

Aber Art. 296 des UCI-Codes entlastet den Athleten, wenn er zeigen kann, "that he bears No Fault or Negligence". Das versucht er in seiner Verteidigung durch den Ausschluß der anderen Möglichkeiten zu zeigen, da er ja die Schnitzelthese nicht hinreichend glaubwürdig belegen kann.
Ok, also kein Grenzwert - das heißt doch dann:
Nachweis (egal, wie viel/wenig) = Sperre
UCI/WADA/wer auch immer können keine Absicht nachweisen = Freispruch

der Athlet wird ja immer eine Absicht abstreiten, das ist ja naheliegend, aber andere Sportler sind ja dann doch gesperrt worden

na wir wollen mal hoffen, dass beim CAS die Richter nüchtern alle Fakten und Theorien prüfen und dann zu einem Urteil kommen :pfeif:
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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von peso » Mi 16. Feb 2011, 19:37

Frank hat geschrieben: Ok, also kein Grenzwert - das heißt doch dann:
Nachweis (egal, wie viel/wenig) = Sperre
Ja.
UCI/WADA/wer auch immer können keine Absicht nachweisen = Freispruch
Nein. Grundsätzlich gilt das Prinzip der "strict liability". Der Sportler ist dafür verantwortlich, daß sich die Ausscheidungen seines Körpers an die geltenden Regeln halten. ;) Die Kontrollorgane müssen keine Absicht nachweisen, sie wird im Grundsatz der Beweislastumkehr vermutet. Der Sportler hat nun aber die Möglichkeit, alternative, nicht sanktionsfähige Wege aufzuzeigen, wie die Substanz in seinen Körper gelangen konnte. Es stellt sich allerdings die Frage, welcher Grad an "Beweiskraft" hier vom Athleten verlangt wird. "Beyond reasonable doubt" oder "equal probability" etc. Keine Ahnung, welcher "standard of proof" hier vor dem CAS gilt.

Ich werde mal bei der Pressestelle von Frau Pechstein nachfragen... :D
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Re: Kein Abschluß...

Beitrag von sippe » Mi 16. Feb 2011, 21:08

peso hat geschrieben: Ich werde mal bei der Pressestelle von Frau Pechstein nachfragen... :D
Exzellente Idee! Halte uns auf dem Laufenden! :D
"will halt auch dabeigewesen sein"-Fahrer :-D

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