Österreich-"Urlaub"

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peso
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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von peso » Di 12. Aug 2008, 17:52

Du hast 'ne Macke! :)

Phantastische Photos, bemerkenswerte (innere) Einstellung!

Ich freue mich auf die Berichte aus Graz.
Reißbrett 2016

"Ich bin in diesem Jahr auf noch keiner Ausfahrt schneller als 24 km/h im Schnitt gewesen." (Anonymer Radfahrer, 2005)

"Treffpunkt ist jedenfalls 05:30 an der Uniklinik." (Good old Times)

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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von Floeri » Di 12. Aug 2008, 19:22

Du bist DIE MACKE :anbetung: :anbetung:

Trotz des Wetters solche Touren zu fahren und das arme WoMo allein lassen. Das hat doch auch Gefühle :D , so wie ich: WEITERMACHEN, Dein Schluchtensche....urlaub liest sich spannend :)


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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von Falcon » Di 12. Aug 2008, 23:33

Mensch Charlie, Du machst Sachen bei dem Wetter; hoffentlich bleibst Du gesund! Sehr schöne Bilder und eine ideale Region zum Radfahren.
Ich war letztes Jahr in der Gegend an den Drei Zinnen im Urlaub und bin von dort aus zurückgeradelt. Mit 15 kg Gepäck über Iselsbergpass und Großglockner (ist nur was für ganz harte ;) )

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Charlie
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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von Charlie » Mi 13. Aug 2008, 07:52

Ich bin doch immer bei Sonnenschein losgeradelt. Und wenn ich auf dem Rad sitze, muss ich doch dann auch weitgehend etwas fahren. zumindest so lange es geht - am Großglockner ging es dann ja nicht mehr :(


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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von sippe » Mi 13. Aug 2008, 10:41

@Charlie: Du machst das schon!Hauptsache du kommst heile wieder! Also lieber schnell hochfahren und langsam runter und nicht umgedreht! :D
"will halt auch dabeigewesen sein"-Fahrer :-D

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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von Winni » Mi 13. Aug 2008, 11:07

Schöne Bilder und Geschichten. Aber du hast echt ne Macke :baeh:

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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von Uhle » Mi 13. Aug 2008, 19:05

:hut:
tolle Leistung.
Bin 1990 mit dem Trabi über den Glockner gefahren, hoch 2 Gang, runter heiße Bremsen, teiweise angeschmolzene Radmutterkappen.
Schönen Urlaub
C.

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Charlie
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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von Charlie » Mi 13. Aug 2008, 22:26

Tag 4

bzw. Tag 1 in Graz ;)

Ich werde morgens um 8 Uhr unsanft aus dem Schlaf gerissen, „willst du auch Frühstücken?“ „Ja!“

Um 10 Uhr bin ich startklar und fahre heute ohne Ärmlinge, Ersatzmantel los – draußen scheint die Sonne, keine großen Berge geplant und erst ab morgen soll es ja schlechter werden. So geht es los, Richtung Kurs, quer durch die Stadt. Kurs gefunden, alles toll, Zweispurig, kein Radweg :( . Ich verlasse kurze zeit später aber die Straße und so stört mich das nicht wirklich. In Stattegg ist der Beginn der ersten Steigung. Als ich das Schild sehe wird mir schlecht!



Das was auf dem Bild steht fühle ich 1:1 in den Beinen und ich quäle mich die 1,4 km, ja nur 1,4 km nach oben welches zum ersten mal im Urlaub einen Puls ermöglicht, der über eine längere Zeit an der Schwele, und auch darüber ist. 220 hm später erreiche ich die Spitze und stürze mich in die Abfahrt, welche sich trotz der schmalen Straße gut fahren lässt. Nach 1 oder 1,5 km endet schlagartig die Straße und wird zu einem Schotterweg – war ja klar, hab ja den Reifen zu Hause gelassen. Ich muss Anfangs ganz schön rudern, da ich Schlaglöchern ausweichen musste. Als ich mich dann wieder gefangen habe musste ich diesen Weg festhalten. An dieser stelle war er aber schon wieder ganz nett und auch mit dem RR ohne Probleme zu befahren.



1,5 km später hatte ich wieder Asphalt unter den Reifen und stellte eines fest. Der Sonnenrand auf dem Rücken ist weg, leider auch das was ich zum Sonnenbrand bekommen brauche, die Sonne! :( Es geht über die nächsten 425 hm (etwa 5,5% mit kurzer Unterbrechung) und der anschließenden Abfahrt zum Fuße der Teichalm, die höchste Erhebung des heutigen Tages. Die nächsten 9 km geht es mit 6% zu einem kleinen Plateau. Zwischendurch kommt bei km 5,7 ein Schild, „Ende der Ausbaustrecke“ und ich mutmaße schlimmes. Eigentlich bedeutet es aber nur keine Fahrbahnmarkierung und ein etwas schlechterer Belag. Oben werden Bilder gemacht



und es geht weiter, über die Sommeralm, Kühe rennen auf die Straße lang ;), zum höchsten Punkt des Tages (1433). Da ich ja meine Ärmlinge nicht mitgenommen habe ist es etwas kühl hier oben. Blöde Wolken, blöde nicht vorhandene Sonne!



In einer wunderschönen Abfahrt geht es wieder ins Tal. Nach 6 km kommt ein Schild „Staßenschäden“ und ich bereite mich innerlich schon auf das bremsen vor. „Straßenschäden“ scheint aber zu heißen, die Straße ist nur noch GUT. Da fahr ich doch glatt an dem Abzweig nach St. Kathrein vorbei und muss umdrehen, die etwa 140 hm muss ich doch mitnehmen :D. Es geht wieder auf die größere Straße zurück und hier scheint „Straßenschäden“ doch die selbe Bedeutung wie in Deutschland zu haben. Bei den Blick nach hinten wird mir es ganz anders. Der Himmel ist nicht grau, er ist schwarz. Auch hier scheint der Wetterbericht nur Vermutungen anzustellen, stimmen tut er jedoch nicht! Dafür kommt gerade ein doch sehr schönes Stück Straße, wo ich zwar lange fahren muss um eine Haltemöglichkeit zu finden, aber...



Bei Naas muss ich mich, wegen der Wetterlage, entscheiden, zurück nach Graz oder 4 km mit 7,5% hinauf nach Gschaid bei Weiz. Zu lange überlegt, ich bin schon im Anstieg. Zwischendurch überhole ich eine mobile Baustelle und kämpfe mich zum Gipfel hoch.



In der Abfahrt muss ich sehen, auch hier gab es diese mobile „Kiesschleuder“ und so muss ich doch etwas vorsichtiger Fahren. Die letzten 35 km erinnern mich etwas an das Muldental, es geht nur noch hoch und runter und auch der Weg nach Graz macht richtig Spaß.



Ich bin dann auch trocken angekommen, ok es waren vielleicht 100 tropfen :D und bin dann abends mit mir bekannten Menschen zum buschenschank





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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von bejar » Do 14. Aug 2008, 14:31

Vorbildliche Pionierarbeit für Salite :pfeif: :anbetung: .

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Charlie
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Re: Österreich-"Urlaub"

Beitrag von Charlie » Fr 15. Aug 2008, 23:01

Tag 5


Nun ja, heute soll es regnen, sagt der Wetterdienst! Bei der sicht in den Himmel, keine Wolke kein gar nichts. Damit ist es entschlossen, es wird gefahren und genau so wie gestern. Man(n) muss ja etwas riskieren ;).
Geplant ist der Packsattel im Westen von Graz. Es geht wieder quer durch die Stadt Richtung Trackbeginn. Über ein kleines - verdammt schon wieder „Muldental“, so kommt es mir vor – Wellenspiel bis über 15 % geht es Richtung des heutigen Etappenziels. Bei Krems kommt es zum ersten gemeinen Anstieg. Das „Gemein“ bezieht sich hier jedoch nicht auf den Anstieg, welcher von jetzt auf gleich mit einer Durchschnittssteigung von etwa 9 % auf 1,5 km beginnt, sondern auf die Baustelle mitten im Anstieg. Mit einem RR aus losen Sand bei über 10 %, es gibt echt besseres. Die ersten Wellen des Tages habe ich bis dahin in ungewohnter Lockerheit überwunden und auch die Geschwindigkeit liegt über dem was geplant ist. Oben muss erst einmal etwas erledigt werden, wobei gleich einige Bilder gemacht werden müssen. Eigentlich wollte ich heute ohne Pause durchfahren, da die Landschaft der vom Vortag ähnelt und ich es nicht für nötig erachte :D.



In der Abfahrt haut es mich beinahe um. Neee, nicht wegen eines Fahrfehlers oder so, meine Beine machen dicht und im linken Oberschenkel zieht es wie verrückt.
Es geht langsam in den Anstieg zum Packsattel und ich sterbe. Mir macht alles zu schaffen, selber die Abfahrten. Bei Köflach muss ich halten und da stelle ich fest, mich hat etwas in den besagten Oberschenkel gebissen :( . Nichtsdestotrotz fahre ich Richtung Pack und stelle fest, der Berg ist irgendwie lustig. Er besteht aus 3 Stufen. Die erste 6,9 km mit 4,6 %, die Zweite mit 5,8 % auf 6,1 km welche zum so genannten Packsattel führte. Und wie ich lernen musste, ich glaube es zumindest, führt die dritte Stufe mit 4,7 % auf 5,2 km hoch zur Hebalm, welche sich auf etwas über 1400m befindet. Interessant ist, von Stufe zu Stufe wurde die Straße, genau wie mein befinden, immer schlechter. Oben angekommen wollte ich mich am liebsten hinlegen und schlafen. Trinken alle, Essen auch fast und ich ja sowieso also ließ ich es Rollen, wenn man das so nennen kann und fuhr die Abfahrt auf der anderen Seite hinab. Der Straßenbelag wechselte in umgedrehter Reihenfolge und wurde immer besser. Im oberen Bereich machte die Abfahrt so viel Spaß wie… es machte keinen!
In Bad Gams fand ich einen Supermarkt, füllte dort meine Getränke auf und gönnte mir auch gleich noch einen halben Liter braunes Zuckerwasser mit Koffein. Ich hatte die Wahl, weiter die Tour, oder zurück nach Graz. Ein Blick auf das noch kommende sagte mir, den einen schaffst du auch noch und danach kommt noch etwas „Muldental“ ;). Also noch einmal 3,8 km mit über 8 % und ich bereue meine Entscheidung augenblicklich.
Ich schleppe mich weiter Richtung Ziel und gerate bei Mooskirchen in eine Beerdigung. Hier muss er sehr beliebtes gestorben sein, die Anzahl der Trauernden spricht dafür und in mir kommen Gedanken auf, aus welchen ich Schmerzhaft gerissen wurde. Mir fliegt eine Biene in den Mund und ich schaffe es sie noch auszuspucken, jedoch schafft sie es auch mich selbstmörderisch in die Lippe zu stechen.
Irgendwann komme ich in Graz an, schöne restliche Strecke.
Das gute, bis auf der Hebalm habe ich keine Wolken gesehen – es soll regnen:?
Ich scheine verdammt schlecht auf Bisse/Stiche zu reagieren. Meine Lymphknoten am Hals und auch wo anders sind geschwollen, ich sehe aus als sei ich verprügelt worden und habe keine Lust mehr auf Radfahren :(.

Heute war Grottenbesuch und jetzt regnet es, es schüttet wie aus Eimern!




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