Beitrag
von lordhenchen » So 18. Okt 2009, 09:06
Hm, zugegebenermaßen eine feuchtfröhliche Angelegenheit, aber auf der Strecke ist schönes Wetter=Ostwindlage=Gegenwind - zum Schnellfahren war's deshalb gar nicht so schlecht. Und im sechsten Anlauf (!) haben wir's auch endlich geschafft, mit Streckenrekord zu gewinnen, Halleluja! Zwei Platten, ein Sturz und ein gerissener Carbonrahmen nebst nicht weiter spezifizierten psychischen Schäden (einige meiner Teamkollegen hatten doch mehr Wums in die Waagschale zu werfen als ich...) sind zwar eine ganz schön dicke Rechnung, aber als Schongangsveranstaltung war das ja auch nicht gedacht.
In Kurzform: der übliche liebenswerte Trubel am Fährhaus Altengamme, mit großen Frühstücksbuffet, für das aber irgendwie die Ruhe und der Appetit fehlt. Feixende Damen, die an der Schlange am chronisch überlasteten Herrenklo vorbeikommen. Startnummernausgabe (mit Barcode zur Zeitnahme) und Startschuß erstmals mit Zelt - bei ständigem Regen/Nieseln und 5°C auch sinnvoll. 7h45 als Letzte auf die schon helle Strecke, gleich mit Schwung über die Elbe und südlich davon über Bleckede und Hitzacker bis Dömitz (kurz hintereinander die zwei Defekte, mit erst knapp 7, dann nur knapp 4 min Flickzeit). Nach erneuter Elbquerung dort Kontrolle und Flaschenaufnahme. Einige eher windunfreundliche km und Kopfsteinpflasterpassagen (insgesamt erträglich) später einschwenken auf die B5. Ab Kyritz bei Rückenwind mit Tempo bis Nauen, Weg suchen durch eine Baustellensperrung, dann Abzweig Richtung Falkensee - die Querung der Berliner Ringautobahn läßt Stallgeruch aufkommen und mobilisiert die letzten Reserven, außerdem ist jetzt abzusehen, daß der Streckenrekord wohl fallen wird. Ein Moment der Unaufmerksamkeit, und ein Vorderrad touchiert den Vordermann - der Sturz verläuft aber glimpflich und kostet nicht mal eine Minute (aber ein Paar Handschuhe und Beinlinge). In Spandau dann das Ortseingangsschild Berlin, und von dort aus nur noch 9,5km bis zum Ruderclub in Gatow. Dort großes Hallo durch die Veranstalter, die uns nach 7h17 als erstes Team in Empfang nehmen. Nach 270km ist "einfach nur mal hinsetzen" ein großer Genuß, und so ist es auch nicht tragisch, daß der Gepäckwagen noch ein paar Minuten auf sich warten läßt. Duschen, Essen, Bier aufmachen, Zielfoto (dafür kommt sogar die Sonne raus!) und dann die letzten km des Tages zum Bahnhof Spandau.
Wieder eine wunderbare Veranstaltung, auch wenn einige Dinge in der Natur der Sache liegen, die sie von einem MZF bei der Tour de France unterscheiden: zeitweiser Mannschaftszusammenschluß, der sich wegen Lutschfreudigkeit einiger Fahrer nur durch Attacke oder Defekt auflösen läßt, fragwürdige Wetterverhältnisse, Baustellen auf der Strecke etc. So läßt sich die Saison stilvoll beenden!