Mal wieder ein durchaus anspruchsvolles Rennen!
Es gab zwei Momente, in denen ich dachte, das Ding sei für mich vorbei:
Der erste war Ende der 2. Runde, als sich vor mir ein Fahrer kurz vor der Linkskurve zu Start/Ziel ablegte und ich nur noch die Gasse suchend entschied, über die Wiese zu einem gesplitteten Fußweg zu fahren, um dann über die Zufahrtsstraße wieder in den Rennkurs einzubiegen, wo ich mit knapper Not noch das hinterste Feldende erwischte. Man beachte die kreative Linienführung im Anhang und halte dem Schicksal zugute, dass die Häuser, über die ich zu springen scheine, mittlerweile abgerissen und zu einer kleinen Wiesenfläche umgestaltet wurden.
Der zweite Moment war eher eine Episode. Etwa in den Runden 6-8 dachte ich, das ich das Ding nicht durchstehen würde. Zu ruppig die Beschleunigungen und Tempospitzen, zu viel Wind gefressen, um mit dazu beizutragen, enteilte Spitzengruppen wieder einzufangen. Ab Runde 5 war kein Teamgefährte mehr dabei, mit dem man sich in Aufgaben teilen könnte ...
Irgendwann zu Rennmitte konnte ich mich mal alleine nach vorn herausschummeln, eine Aktion, die nur eine halbe Runde währte, zumal der zweite Fahrer, der dann noch zu mir aufschloss, ebenso wie ich selbst auch nicht mehr zu einem Mördertritt fähig war. Die 13. Runde brachte dann noch den schnellsten Anstieg, wobei die im Schnitt 3,2% Steigung bei einem Tempo von 39,3 km/h hochgebügelt wurden. Die nach uns startende KT/A/B wird den Wert wohl nochmals deutlich getoppt haben, aber für mich was das trotz des Mitwindes definitiv Anschlag. Erst danach kam ich in einen Rhythmus und schöpfte wieder Zuversicht, dass ich das Rennen durchhalten würde. Nun war das Feld auf ca. 15 Fahrer ausgedünnt. Ein Nutrixxion-Taucher zog seinen Teamkameraden dann nochmals für eine knappe Runde vorn an, um kurz vor dem Wertungsrichterwagen dann wieder abzubiegen - eine wenig sportliche Aktion. In den letzten Runden ging vorn nochmals eine Dreiergruppe heraus, deren Antritt ich nicht mehr parieren konnte. Die verbliebene Gruppierung mühte sich in recht ungeordnetem Kreisel, um den Anschluß wiederherzustellen, aber die Einigkeit war nicht sonderlich hoch ausgeprägt, so dass Vantage84 sich an dieser Stelle von seinem Team beauftragt opferte und vorn gab, was möglich war. Mein Versuch, in der letzten Abfahrt vor dem Sprintfinale herauszugehen, führte nur zu einem kleinen Loch, so dass meine Hoffnung, dass sich die anderen Protagonisten unschlüssig ansehen könnten, wie eine Seifenblase zerplatzte. Ca. 200 m vor dem Ziel schossen dann die Sprinter an mir vorbei, ich lief offensichtlich auf Platz 11 ein, der Team-dienliche Vantage84, der nun auch nicht mehr sprinten konnte, auf Platz 12 oder 13.
Die Ergebnislisten kamen erst nicht und waren dann zunächst ein Witz. Nicht dass wir gegen diesen Ausgang etwas gehabt hätten: Charlie und zoro in den Punkträngen ...
Tatsächlich hatten aber die Wertungsrichter wohl ihre Probleme damit, die Rennentscheidung sortiert zu bekommen, da sie mit einem Überrundungsvorgang zusammenfiel. Nach einer weiteren Wartepause, in der offensichtlich Videoaufnahmen ausgewertet wurden (das sollte lobend erwähnt werden, denn im Vorjahr war das noch übler), kam eine neue Liste, in der nun bis Platz 15 alles stimmen solle.