8:35 Uhr - leichter Regen setzt ein und ich überspiele die Nervosität mit einer sogenannten "Aufwärmrunde". Die optischen Highlights dieses kleinen Ausfluges in den Wald können an dieser Stelle leider nicht wiedergegeben werden.

8:50 Uhr - der leichte Regen hat sich zu einem veritablen Landregen entwickelt, sodass uns auch Picea abies nicht länger trocken halten kann.
8:55 Uhr - das (pardon) unvermeidliche Rennsteiglied mit anschließendem Schneewalzer, begleitet von einer leibhaftig anwesenden Blasmusikcombo lässt (wenn man dem Moderator glauben darf) sofort die Sonne scheinen. Es regnete weiter.
9:00 Uhr - Startschuss (der Countdown war gerade bei 1 angelangt)
Das Feld der 3007 Marathonis macht sich auf den Weg nach Schmiedefeld, begleitet vom Lärm unzähliger Rasseln, Tröten sowie klatschender Hände. 527 weibliche Teilnehmer und 2480 männliche Teilnehmer haben sich in diesem Jahr für die zweitlängste Laufstrecke angemeldet. Die Strecke war erwartungsgemäß ziemlich schlammig (einige Waden hätte ich eher Sus scrofa denn Homo sapiens zugeordet) aber nichtsdestotrotz auf den ersten 20 Kilometern mit einem relativ hohen Tempo zu bewältigen. Relativ hoch? Nun, mit einer Zwischenzeit von 1:39 h nach den ersten 20 Kilometern war ich vollkommen zufrieden und begann sofort damit, mir in Gedanken meine "Traum-Endzeit" auszumalen.
Wie lautet der Spruch doch gleich? Nach Kilometer 30 wartet der Mann mit dem Hammer? Ein Hammer war es gewiss, meine schrumpfende Durchschnittsgeschwindigkeit (hilflos) zur Kenntnis nehmen zu müssen. Das musste die zwanghaft zu erwartende Strafe für einen Mitteldistanzläufer sein, der sich hauptsächlich auf 10km-Strecken austobt.
Ach ja, man kann ja auch einfach bergauf laufen ... ein knallharter Kampf mit meinem Kopf begann, der am Ende unentschieden ausgegangen sein dürfte.

13 Uhr - die Bahnschienen in Schmiedefeld werden überquert und nun beginnt das "Highlight" des Rennsteiglaufes. Kilometer 42 ist erreicht, bis zum Ziel muss der geneigte Läufer jedoch noch einen circa 1000 Meter langen Anstieg hinauf zum Sportplatz bewältigen, bevor nach einer halben Stadionrunde das Ziel in Sichtweite kommt. Parallel laufen die "Helden" des Supermarathons mit Startort Eisenach (72,7km, durchschnittlich 1600 Starter in den vergangenen Jahren
) ins Ziel.Die Uhr bleibt bei ein paar Minuten über vier Stunden stehen, was mir einen Platz unter den besten 630 in der Overall-Wertung einbringt. Fazit: Für einen Flachlandläufer bin ich zufrieden und an der nötigen Kraft für die letzten 15 Kilometer kann ich ja jetzt 12 Monate lang arbeiten.
PS:
Sieger weiblich: Diana Lehmann (3:13h)
Sieger männlich: Christian Seiler (2:40h)


