Der Schmerz des Tages

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Barus
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Re: Der Schmerz des Tages

Beitrag von Barus » Di 10. Jun 2014, 11:33

Und als Ami würdest Du die Knarre ziehen?

Eins muss uns allen klar sein: Autofahrer schätzen die Geschwindigkeit von Rennradfahren sehr oft falsch ein. Das ist einfach so und darauf kann man sich einstellen.

Dann gibt es oft auch eine gewisse Vorgeschichte. (Nichtbenutzung von Radwegen, Zweierreihe, etc...) Und es wird auch gern vergessen, dass man als langsamerer Verkehrsteilnehmer den anderen das Überholen ermöglichen muss, und zwar bis zu dem Punkt, dass man rechts ran fährt und hält...

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cl
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Re: Der Schmerz des Tages

Beitrag von cl » Di 10. Jun 2014, 11:57

Ich ziehe keine Knarre, ich fahre auch nicht aggressiv. Nur nehme ich nicht alles stillschweigend hin und erwarte auch vom Autofahrer ein gewisses Maß an Rücksichtnahme mir gegenüber. Das klappt auch bei 95 % aller Überholvorgänge. Daß ich auf der Straße ein Hindernis bin, ist mir klar. Wenn ich rechts ausweichen kann, damit ich überholt werden kann, mache ich das auch und ernte ab und zu ein Dankeschön vom Autofahrer. Nur geht das in der Gruppe schlecht bis gar nicht. Aber wenn ich absichtlich mit gefühlten 10 cm Abstand überholt werde und neben mir ist eine Leitplanke oder Dreck, und das nur weil der Autofahrer nicht 10 Sekunden warten kann bis der Gegenverkehr durch ist oder das Ganze trotz freier Gegenfahrbahn passiert, dann fehlt mir jegliches Verständnis dafür und dem Autofahrer gehört der Führerschein entzogen, denn er spielt dann in erster Linie mit meinem Leben.

Sorry, aber das haben wir alle schon erlebt.

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fischi
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Re: Der Schmerz des Tages

Beitrag von fischi » Di 10. Jun 2014, 12:01

cl hat geschrieben:§1 gilt in gleichem Maße für die Autofahrer ;-)
Sicher! ...aber aus gesundheitstechnischen Gründen solltest du diesen noch im Kopf haben, wenn der Autofahrer ihn schon vergessen hat, denn deine Knautschzone kann mit der eines Autos sicher nicht mithalten. Weiterhin biste im Ernstfall eh immer der Gelackmeierte, denn wenn was passiert stehst (liegst) du dumm da, hast die Rennerei und das Verfahren gegen den Autofahrer wird mangels Beweise oder öffentlichen Interesse, oder wie auch immer das bezeichnet wird (Peso mag mich berichtigen) eingestellt.

Ansonsten kann ich nur sagen....geht Gras säen, denn die Zahl der Rindviecher steigt ständig :hut:
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Re: Der Schmerz des Tages

Beitrag von sippe » Di 10. Jun 2014, 12:20

Sich mit der flachen Hand am Auto abstützen zu müssen, passiert sicher nur in Ausnahmesituationen, in die man als Radfahrer hinein gezwungen wird. Zur Erinnerung: der Sicherheitsabstand beim Überholen beträgt 1,5m und der Hinweis auf §1 StVO kam ja schon mehrfach. In einer derartigen Situation, könnte man das akustische Signal beim Abstützen als einen Service für den Autofahrer betrachten, sich an §1 zu erinnern.

@Barus: Ich würde beim Thema Ordnungswidrigkeiten zwischen solchen mit Eigenverschulden (Klingel, usw.) und solchen mit Potential der direkter Gefährdung Anderer (Auto drängelt Radfahrer von der Straße) unterscheiden.

Klar sind beide Seiten nicht frei von Fehlverhalten. Man sollte aber beachten, dass ein Fehlverhalten durch einen Autofahrer eine gesundheitliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer nach sich ziehen und weitreichende Folgen haben kann. Dies kann ich bei einer fehlenden Klingel nicht erkennen.
Dazu kommt, dass ich aus meiner Erfahrung oft pure Absicht inkl. Gefährdung von Leib und Leben des Radfahrers durch den Autofahrer unterstellen muss (siehe Beispiel Mi67 und sicher könnten viele hier im Forum ähnliches beitragen). Es ist schon ein Phänomen, dass halbwegs normale Menschen am Steuer eines KFZ zu Rowdys mutieren können. Aus welchen Gründen auch immer. Nach meiner Beobachtung bauen Autofahrer aber vermutlich die meisten Aggressionen unter einander auf (und wieder ab)... das vielleicht als kleiner Trost :keks:

Zum Schluss noch eine Frage in die Runde:
Welche Möglichkeit hat man als Radfahrer, falls man mal wieder einem Autofahrer im Weg war und von der Straße gedrängt wurde?
Anzeige wegen Nötigung - hat das schon einmal irgendwelche Folgen für einen Autofahrer gehabt? Ich kenne einen Fall, wo ein Autofahrer nach dem Abdrängen sogar noch handgreiflich geworden ist und das Verfahren "wegen mangelnden öffentlichen Interesse", da es sich ja lediglich um "eine spontane Überreaktion" gehandelt habe, eingestellt wurde.
Ich tendiere in letzter Zeit dazu, dann mein Handy zu zücken, ein Foto zu machen oder so zu tun - gern so, dass es der Autofahrer auch mitbekommt. Ich habe den Eindruck, dass das mitunter zum Nachdenken führt oder zumindest den Spannungsbogen für 1-2 Tage hoch hält, ob es denn Post gibt oder nicht...
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Re: Der Schmerz des Tages

Beitrag von centurio-tle » Di 10. Jun 2014, 14:01

Da ich oft (dienstlich) Auto fahre und (privat) gern auf dem Rad sitze, kann ich aus beiden Blickrichtungen argumentieren. Jedoch als Autofahrer wie auch als Radfahrer gelten die gleichen Gesetze und Regeln. (PUNKT)
--------------------------------------
Das Aggressionspotential des potentiellen Widersachers (welches nach meiner Beobachtung immer mehr zugenommen hat) versuche ich wie folgt abzubauen (was ob der eigenen emotionalen Aufgewühltheit in der jew. Situation nicht immer leicht fällt):
als Autofahrer > ignorieren und (immer griffbereite) rote Nase aufsetzen
als Radfahrer > ignorieren und weiterfahren

und freundlich lächeln (kann aber manchmal auch missverstanden werden)
---------------------------------------
Gefährliche Situationen gibt´s immer mal wieder. Da ich jedoch die Welt (insbesondere den Kleingeist mancher Verkehrsteilnehmer (Radler und Autofahrer) nicht ändern kann und will, werde ich auch weiterhin so verfahren. Bislang kein Konflikt mit Anwalt und Richterspruch, 2x unverschuldeter Radunfall (außergerichtlich geklärt). Vlt. sollten wir alle mal die Luft raus lassen und warten bis es kühler wird.

Von jeglichen Aktionen (Foto´s, Anzeige, Diskussionen, ...) würde ich abraten und unterlassen sofern kein Sach- oder Personenschaden entstanden ist, da es Aggrressionen eher noch weiter fördern.

meine pers. Meinung
Grüße Torsten
...sympathischer Leisetreter...

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Re: Der Schmerz des Tages

Beitrag von sippe » Di 10. Jun 2014, 15:14

Klar, so sehe ich das auch. I.d.R. ist es damit getan. Die letzte Frage war für den Fall gedacht, wenn es eben nicht mehr mit einem "lächeln" getan ist, man Böswilligkeit unterstellen muss und tatsächlich oder beinahe zu Schaden gekommen ist.
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Der Schmerz des Tages

Beitrag von cl » Di 10. Jun 2014, 16:05

fischi hat geschrieben:...
Ansonsten kann ich nur sagen....geht Gras säen, denn die Zahl der Rindviecher steigt ständig :hut:
Gras ist nicht die Lösung, könnte aber zur Entspannung beitragen :D

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Re: Der Schmerz des Tages

Beitrag von nachtschatten » Di 10. Jun 2014, 16:24

sippe hat geschrieben:...Es ist schon ein Phänomen, dass halbwegs normale Menschen am Steuer eines KFZ zu Rowdys mutieren können. Aus welchen Gründen auch immer. Nach meiner Beobachtung bauen Autofahrer aber vermutlich die meisten Aggressionen unter einander auf (und wieder ab)... das vielleicht als kleiner Trost

... das sehe ich genauso. Und die Gründe sind sicher oft an ganz andere Dinge. Aber ich werde auch von Radfahrern, die Mist bauen (rote Ampel / Fussgängerampel...etc) genervt. Bei den Radfahrern stört es mich vor allem deswegen, weil einzelne, sicher ohne sich der Konsequenz bewusst zu sein, uns alle pauschal zum "Aggressionsauslöser" machen. Man brauch nur mal nachmittags die Kurt-Eisner-Str. / Karl-Liebkecht-Str. / Arthur- Hoffmann-Str. usw. zu fahren und das Mass ist voll :nawarte:
sippe hat geschrieben: Zum Schluss noch eine Frage in die Runde:
Welche Möglichkeit hat man als Radfahrer, falls man mal wieder einem Autofahrer im Weg war und von der Straße gedrängt wurde?
Anzeige wegen Nötigung ...
Lohnt sich nur wenn man einen glaubwürdigen Zeugen hat, und gegen den einzelnen Fahrer bereits etwas vorliegt - aber dazu würde ich gern auch mal noch ein paar Meinungen / Erfahrungen lesen wollen.
sippe hat geschrieben:Ich tendiere in letzter Zeit dazu, dann mein Handy zu zücken, ein Foto zu machen oder so zu tun - gern so, dass es der Autofahrer auch mitbekommt. Ich habe den Eindruck, dass das mitunter zum Nachdenken führt oder zumindest den Spannungsbogen für 1-2 Tage hoch hält, ob es denn Post gibt oder nicht...
...klingt aber in dem Moment auch ganz schön gefährlich wenn Du fast überfahren wirst, ansonsten :o ...Handy am Steuer!

Aber neulich sind mir 2 Motorradfahrer mit unübersehbarer Helmkamera entgegengekommen - ob sowas was bringt? (...man weiss ja nie, ob die gerade aufzeichnet...) ...aber vielleicht wird dann nur noch besser gezielt. :nixweiss:
centurio-tle hat geschrieben: ...
als Autofahrer > ignorieren und (immer griffbereite) rote Nase aufsetzen
:daumen: ...Ohhh Torsten, dass will ich sehen. ;)

Ich bin auch in beiden Welten unterwegs und ebenso der Meinung, dass das Aufschaukeln der Aggression gar nichts bringt, bleibe höflich und rücksichtsvoll gegenüber JEDEM Verkehrsteilnehmer, egal ob Autofahrer, Radfahrer, Jogger, Skater, Hund, Katze etc. - selbst dann wenn mich vorige Woche mal wieder ein BMW auf meiner Seite entgegenkommend zu einem Rettungssprung auf den Fussweg (ohne Radweg) "genötigt" hat - also auch wenn´s manchmal wirklich schwerfällt und so mancher dank seines Egoismus nicht mal in der Lage ist, einen Fehler als solchen zu erkennen.

Leider ist aber auch die Technik (Auto) nicht ganz ohne Tücken und die Sicht aus den Autos wird mit jedem Modellwechsel gefühlt durchgängig, immer schlechter. Mir selbst ist es beim Abbiegen mit dem Auto schon zweimal passiert, dass ich einen Radfahrer und Fussgänger im toten Winkel gar nicht sehen konnte - ist zum Glück nichts passiert, war aber wirklich knapp. Natürlich waren sowohl der Radfahrer als auch die Fussgänger zu Recht, stocksauer obwohl ich keine schlechte Absichten hatte. In einem anderen Fall ist mir mit Rennrad an einer abschüssigen Kreuzung ein Transporter rückwärtsrollend bedenklich zu nahe gekommen (hinter mir stand noch ein Auto) - da hab ich an´s Blech geklopft und der Fahrer hat sich dann sogar bedankt / entschuldigt.

Was den Randabstand anbelangt, so lasse ich rechts etwas mehr. Aufgehende Autotüren usw. -nee, nee, lieber nich- und habe dadurch auch noch Reserve, um jemandem links zum Überholen Platz zu machen oder falls mal von links einer doch zu nahe kommt - hat eigentlich bislang immer gut funktioniert.

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Re: Der Schmerz des Tages

Beitrag von Barus » So 15. Jun 2014, 17:59

Hier mal wieder ein richtiger SdT:
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Re: Der Schmerz des Tages

Beitrag von peso » So 15. Jun 2014, 20:52

Barus hat geschrieben:Hier mal wieder ein richtiger SdT...
Das kann ich stellvertretend für das Forum bejahen...böse Augenschmerzen. Ganz schlimm.

***passendes Grinsgesicht***
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