uage hat geschrieben:Richtig, das beweißt erstmal gar nichts. Wollte es bloß mal loswerden
Solange du das noch erkennst, ist ja schön. Manche halten sowas schon für einen unwiderlegbaren Beweis der Wirksamkeit von Helmen.
Ansonsten hab ich nochmal über dein Beispiel mit den älteren Herrschaften nachgedacht: Die Leute die sich bei Unfällen nicht den Schädel verletzen haben keinen Einfluss auf die Schlussfolgerungen aus den Zahlen. Wenn der Helm wirkt, müssten eine Anzahl von Personen die vorher ein SHT-Trauma bekamen, bei gleicher Fahrweise dann keins mehr bekommen. Wie du siehst ist in der Betrachtung völlig egal, ob jetzt jemand mit Helm einen Beinbruch erleidet oder ohne Helm nicht.
Eine positive Wirkung des Helms unter Betrachtung der australischen Zahlen der Helm
befürworter kann sich in der Art von Statistik eigentlich nur auf zwei Arten "verstecken": entweder werden Radfahrer durch geringe Anzahl häufiger umgefahren, und zwar soviel häufiger dass die Helmwirkung obsolet wird. Oder es fallen mehr Menschen auf den Kopf als vorher, und die positive Wirkung des Helmes sorgt statt für einen Anstieg der Zahlen für ein gleichbleiben. Fällt wem noch eine andere Möglichkeit ein?
Und nochmal, ich habe Statistiken, die von Helmbefürwortern stammen und zu dem Zweck aufgestellt wurden eine Helmwirkung zu finden. Diese sprechen dagegen. Ich kann mir ehrlich gesagt keine seriösere Quelle zu dem Thema vorstellen. Oder hast du denn eine Quelle von Helmgegnern deren Fakten für Helme sprechen? Nein? Nun wer hat hier den seriöseren Diskussionsstand?
Ich muss keine emotionalen Geschichten heranziehen.
Ich empfinde diese ganzen "mein Bekannter"-Geschichten als viel unseriöser, diese Sachen lassen sich wirklich nicht vernünftig diskutieren. Vielleicht hat er die Schäden ja mit Helm noch verstärkt gehabt? Weiß man es? Beweisen kann man erstmal gar nichts. Wollte ich bloß mal loswerden.
Das ist für mich das gleiche Verhalten wie die Menschen, die die Krebsstatistiken von Rauchern leugnen: Kann man alles nicht beweisen, kann sich jeder seine eigenen Zahlen zusammensuchen, und sowieso hab ich da einen Bekannten der 80 ist und seit 70 Jahren raucht...
Was soll das bringen, Statistiken mit Einzelfällen anzuzweifeln? Einzelfälle werden bei Statistiken doch berücksichtigt, als Ausreißer in den Datenreihen. Mehr sind sie aber nicht, Ausreißer.
Wenn es nun einen gibt dem der Helm geholfen hätte, gibt es vllt. einen dem der Helm geschadet hätte, und dutzende bei denen er eine neutrale Wirkung hatte.
Einzelfallbeschreibung bringt hier nichts weiter.
Ich finde entweder, man sagt klipp und klar, "ok Argumente habe ich nicht mehr, aber ich fühle mich so wohler", dann akzeptier ich das, ich mach vieles auch nur weil ich mich damit wohler fühle, nicht aus Vernunftsgründen.
Oder man bringt mal echte Argumente,
- gegen die australische Datensammlung der Helmbefürworter die nach der Einführung der Helmpflicht ein erhöhtes Risiko von SHT für Radfahrer zeigt, statt einem gesenkten.
- gegen die physikalischen Rückschlüsse auf die Alltagstauglichkeit der Helme, bzw. ihrer Prüfnormen (mit 24km/h-Aufprall ein 5kg Gewicht im Helm, 20km/h-Aufprall erreicht dein Kopf schon beim Fallen aus dem Stand. Du siehst, für schnelle Fahrten sind die gar nicht gedacht. Immer schön abbremsen bevor du fällst),
- gegen die materialtechnischen und aus Erzählungen gewonnen Erkenntnis, dass Helme eher zerbröckeln, abgeschliffen werden und zerbrechen, als dass das Styropor energiefressend verdichtet wird, was anscheinend hauptsächlich im Labor passiert (von Brüchen und Rissen und abgeschliffen Stellen liest man ständig, von einfach nur großflächig gestauchten, komprimierten Styropor viel seltener, bzw. ich noch gar nicht)
- gegen die Warnungen der Hersteller vor Sturzarten die gefährlich werden können (auf den Hinterkopf; an einer frontalen waagerechten Kante runter),
- gegen die Zahlen aus Neuseeland, dass mit Einführung der Helmpflicht die Zahl der SHT gleich blieb, aber die Zahl der komplizierten Nackenverletzungen zunahm.
freundlicher Gruß, Ingmar