Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

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red nosed renntier
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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von red nosed renntier » Fr 26. Jan 2007, 20:14

Califax hat geschrieben:Manche waren natürlich auch tourilike bepackt.
Kann ich nur empfehlen, man ist bergab schneller als Rennradler ohne Gepäck. :cool:
Andere hatten sich aber wohl schon im ersten Drittel übernommen, es war doch ziemlich warm, und fielen, nachdem sie anfangs mit locker 5 km/h Geschwindigkeitsüberschuss und grimmigen Gesicht vorbeizogen ohne mal zu grüßen, später keuchend wieder hinter uns zurück.
:D
Klar, mit Gepäck muss man langsam beginnen und langsam weitermachen.

Und danke für die schönen Fotos, den schönen Bericht.
War nur ca.3Wochen vor euch aufm Stelvio. Den Bratwurst-Mann hab ich auch kennengelernt (der hielt mich wg. der Gespräche auf simply-english mit dem französischen Reiseradler der mich überholte für einen Amerikaner :D ), der hat uns sogar Bratwürste geschenkt (war spät und er schon am Einpacken).

Das Hochtal kurz vorm Gipfel von der Bormio-Seite aus ist doch der absolute Traum! Das nächste Mal stell ich mich da mit dem Zelt mal für eine Nacht hin. :liebe:

Gruß, Ingmar

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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von Califax » Mo 29. Jan 2007, 16:37

I´m sorry aber sowas von überhaupt keine Zeit momentan. :roll: Nächste Prosa dann erst morgen.


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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von Califax » Di 30. Jan 2007, 10:41

Samstag 23.9.2006

Als Nachtrag noch zum Freitag...
Am Abend das Profil sowie die Fotos ausgelesen und plötzlich machte es klack, klack.
Mechanischer Festplattendefekt und als Zugabe lies sich der Laptop nicht mehr hochfahren denn das Mainboard hatte sich gleich mit verabschiedet. Nein ich werde jetzt nicht über Acer lästern obwohl das schon der 3.Defekt in 2 Jahren ist...

Nun aber wieder weiter im Text.
Heute war ein Ruhetag geplant. Ruhetag in dem Sinne, dass wir unsere Bekannten in Mötz/Österreich ohne große Vorbereitungen besuchen wollten. Zwei sehr nette Mädels übrigens. :cool:
Eine Übernachtung inkl. und so wurden die Räder aufïs Dach gepackt und die 120km Fahrt angetreten. Mötz liegt so auf 650m und so war es noch mal angenehm warm bei 25ø C geworden.
Unsere Mädels hielten aber nicht von einem Ruhetag und hatten ihre eigenen Pläne mit uns.
Zuerst die Fahrt motorisiert auf ein Hochplateau auf 1.150m und dann wurde zu einer Ausflugshütte auf einem Gebirgspfad gewandert. Rein konditionell waren wir vorbereitet, wenn auch die Belastung natürlich komplett anders war aber rein schuhtechnisch überhaupt nicht. Bergauf war ja noch ok aber bergab auf dem Rückweg später waren 2 Blasen die abschließende Trophäe. :tja:
Es war trotzdem eine sehr schöne Abwechslung und nach Überwindung von knapp 550Hm bis auf 1.700m war die Aussicht bei spätsommerlichen Ambiente und natürlich einem ?Radler? ziemlich genial.
Am Abend noch gegrillt und bis auf die erwähnten Blasen hatte dieser ?Ruhetag? Geist und Körper erfrischt.
Somit also ca. 20km Wanderung mit den erwähnten 550 Hm. ;)


Wandertag_1.JPG Regeneration.JPG Wandertag_2.JPG

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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von Califax » Di 30. Jan 2007, 15:12

Sonntag 24.9.2006

Ein Wendepunkt bzw. ?Höhepunkt?des Urlaubs. Nicht nur weil Halbzeit vorbei war sondern auch in anderer Hinsicht. Dazu später mehr.
Unsere Gastgeber wollten von Innsbruck aus noch mal wandern aber die Räder umsonst mitnehmen?! Nö das war nicht drin. Wir konnten dann die Verschiebung des Wanderungstermins auf einen späteren Besuch aushandeln und widmeten uns nach einem ausgiebigen Frühstück der Streckenplanung.
Eigentlich war geplant den bei der Deutschland-Tour als Schlussberg gefahrenen Anstieg von Mösern nach Seefeld mit einzubauen. Schließlich blieb es aber doch bei der Überquerung des Kühtaisattels von Oetz aus.
Allerdings etwas anders als geplant...

Von Mötz aus beginnt es mit einer 15km langen und sanft ansteigenden Anfahrt inïs Oetztal und da im speziellen in den namensgebenden Hauptort Oetz.
Auf ca. 800m geht es in den knapp 18km langen Anstieg zum Kühtaisattel. Im Jahr zuvor waren wir von einer Seitenflanke hochgefahren die auch gern dort als kleiner Mortirolo bezeichnet wird.
Diese Seite war nun nicht ganz so steil, hatte jedoch auf den ersten 8,5km auch eine mittlere Steigung von um die 8%.
Es lief sehr gut. :hut:
Der Erholungstag hatte gut getan und ich war zuversichtlich für den Rest der Strecke. Nach einem Flachstück kam noch mal ein 600m-Abschnitt mit 15%, doch die letzten 5km bis hoch auf 2.020m waren bei wiederum sonnigen Wetter eine lockere Trainingsfahrt. Zumindest fühlte ich mich so. :)
Oben angekommen war es viel wärmer als Ende Mai des Vorjahres wo bei 8-9ø und Nieselregen die Verweildauer aufïs nötigste beschränkt wurde.
Dieses Mal ein schönes Picknick an einem Brunnen, etwas Pigmente haschen und nach bestimmt einer halben Stunde Aufenthalt begaben wir uns auf die 26km lange Abfahrt nach Kematen. Von da aus sollte es auf ruhigen Straßen über die Dörfer auf ca. 50km Weg zurück nach Mötz gehen.
Die Abfahrt beginnt mit einer ausreichend breiten Straße und langen Geraden, so dass man auch bei entsprechendem Gefälle schnell an Höhe verliert.
Vielleicht 10km waren schon vorbei und wir wieder unter 1.400m, man berauschte sich an der Geschwindigkeit und genoss den wenigen Verkehr an diesem Tag.
Ein langgezogene Kurve mit einer Kuppe sowie Warnschild mit Hinweis auf einen 16%-Abschnitt und die Erinnerung an letztes Jahr das danach eine schlecht einzusehende Kurve folgt, hätten eigentlich Vorsicht walten lassen sollen aber nach knapp 100m war die Fahrt dann abrupt zu Ende.
Ich muss zugeben ich weiß nicht 100% wodurch es passiert ist. Ob etwas auf der Straße lag oder es eine der Rinnen vom Schmelzwasser gewesen ist. Na jedenfalls gab es bei schätzungsweise 70 km/h einen Schlag im Hinterrad und die Felge war sofort breit, so dass das Rad blockierte.
Leider habe ich den Elchtest nicht bestanden, das Rad schaukelte sich immer mehr auf und ich flog nach einigen Metern bei vielleicht noch Tempo 50 in einem Salto über den Lenker. :krank:
Meine Freundin musste hilflos mit anschauen und flog auch noch, zum Glück glimpflich ausgehend, über mein über die Straße rutschendes Rad.
Die Landung halb auf dem unteren Rücken und der rechten Seite sowie ein kurzes Aufsetzen mit dem helmbewährten Hinterkopf auf dem Asphalt.
Ich muss zugeben das schlimmste war der Schock aber nach kurzem Systemcheck fehlte mir zum Glück nichts gravierendes. Anwohner hatten den Abflug verfolgt und kamen bestürzt angerannt. Die anfängliche Benommenheit wich allmählich und nun kam auch der Schmerz.
Wies es natürlich immer ist ignoriert man den soweit es geht und die erste Sorge galt natürlich dem Material.
An ein Weiterfahren war nicht zu denken und nach einer Erstversorgung mit Wundspray und etwas zu trinken brachte uns ein netter Zeitgenosse mit seinem Transporter freundlicherweise inkl. der Räder bis zurück nach Mötz. Er wollte mich zuerst zu einem Arzt bringen aber ich entschied dagegen auch wenn das vielleicht etwas leichtsinnig war.
Wir hatten zwar schon unsere Bekannten angerufen aber diese wären erst über 2h später eingetroffen. Zurück in Mötz quälte ich mich dann aus dem Bus und es sah so aus, dass der Urlaub vorbei wäre.
Nach dem Auswaschen der Wunden wurde der Sanikasten aus dem Auto geplündert.
Eigentlich wollten wir am frühen Abend noch zurück nach Italien, aber nun entschieden wir noch zu übernachten und am folgenden Tag eine Radhändler in der Nähe aufzusuchen.
Ich brauch nicht zu schildern wie ich die nun folgende(n) Nächte mehr schlecht als recht verbracht habe. :roll:

Positive Bilanz

45km bei 1.368Hm

Negative Bilanz

persönlich: 2 große und blutige Schürfwunden am unteren Rücken sowie starke Prellungen im Rückenbereich, eine offene Wunde am oberen Ende der Adduktoren was sich nachteilig auf die Sitzposition erweisen sollte, offenes rechtes Knie, offene Stelle an der rechten Hand sowie Ellenbogen, eine dicke Beule vom Aufsetzen mit dem Hinterkopf, dazu eine posttraumatische Geschichte die nach dem Urlaub herauskam und mich noch einige Wochen beschäftigt hat
meine Freundin trug einige Schürfwunden und Prellungen davon

materiell: deformiertes Vorder- und Hinterrad, verbogenes Schaltauge, zerstörter Sattel, kaputte Trinkflaschenhalter, verbogener Vorbau mit kaputtem Lenkerband und deformierten STIïs sowie zerkratzter Rahmen und Pedale, vom CM436M zum Glück nur das Display zerkratzt
die blutigen, zerrissenen Trägerhosen hab ich als Mahnmal aufgehoben, Beinlinge zerstört, Helmriemen abgerissen und Halterung zerstört
und nicht zuletzt die zerbrochene Sonnenbrille, als Brillenträger besonders ärgerlich

Die ich ja aber bereits von Gavia, Kaunertaler Gletscher und Mortirolo geschrieben habe gingïs ja doch noch irgendwie weiter. ;)


240906.jpg K%FChtai_1.JPG K%FChtai_2.JPG K%FChtai_3.jpg K%FChtai_4.JPG

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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von peso » Di 30. Jan 2007, 15:38

Califax,

du meine Güte. Ich kann mir ja gar nicht vorstellen, wie ihr bei dem Schadensbericht noch gefahren seid. :?

Hoffe, alles ist wieder verheilt und das Trauma überwunden?
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"Ich bin in diesem Jahr auf noch keiner Ausfahrt schneller als 24 km/h im Schnitt gewesen." (Anonymer Radfahrer, 2005)

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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von Califax » Di 30. Jan 2007, 16:25

peso hat geschrieben:Califax,

du meine Güte. Ich kann mir ja gar nicht vorstellen, wie ihr bei dem Schadensbericht noch gefahren seid. :?

Hoffe, alles ist wieder verheilt und das Trauma überwunden?
Danke der Nachfrage, ich war selbst überrascht doch der Mechaniker hatte goldene Hände und ich/wir auch viel Glück bei der ganzen Geschichte was Gesundheit und Material angeht.
Körperlich ist alles bestens und die Form sogar besser als letztes Jahr um die Zeit. Was das traumatische angeht hat mich das genauso überrascht allerdings im negativen. Hätte nie geglaubt, dass ich für sowas mal anfällig bin aber es war eine wichtige Erfahrung und es kommt am Ende immer auf einen selbst an. Die Verarbeitung dauerte mehrere Wochen und Stück für Stück wurde es besser. Wir sind seitdem schon häufiger wieder radgefahren und das ist immer die beste Erholung. Da werden die Gedanken frei und man hört nicht soviel in sich hinein.
Genug dazu und mehr Details wie´s weiter ging dann morgen wieder an dieser Stelle...


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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von Califax » Mi 31. Jan 2007, 10:15

Danke der Nachfrage, ich war selbst überrascht doch der Mechaniker hatte goldene Hände und ich/wir auch viel Glück bei der ganzen Geschichte was Gesundheit und Material angeht.
Körperlich ist alles bestens und die Form sogar besser als letztes Jahr um die Zeit. Was das traumatische angeht hat mich das genauso überrascht allerdings im negativen. Hätte nie geglaubt, dass ich für sowas mal anfällig bin aber es war eine wichtige Erfahrung und es kommt am Ende immer auf einen selbst an. Die Verarbeitung dauerte mehrere Wochen und Stück für Stück wurde es besser. Wir sind seitdem schon häufiger wieder radgefahren und das ist immer die beste Erholung. Da werden die Gedanken frei und man hört nicht soviel in sich hinein.
Genug dazu und mehr Details wie´s weiter ging gibt´s gleich...


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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von Califax » Mi 31. Jan 2007, 10:18

Montag 25.9.2006

Dieser Ruhetag war ja nun überhaupt nicht eingeplant. Nach einer mehr schlecht als recht verbrachten Nacht (glücklicherweise führen die Mädels eine Fa. für Wasserbetten) waren wir schon etwas deprimiert was den weiteren Verlauf des Urlaubs angehen sollte.
In dieser Gegend geht es ziemlich direkt und familiär zu, so dass unsere Gastgeberin nach dem Frühstück gleich beim Radhändler ihres Vertrauens anrief und sagte: ?Unser Bekannter aus Deutschland kommt in ner halben Stunde bei Dir vorbei und Du schaust Dir das mal an und machst einen fairen Preis!?.
Tja was soll ich sagen es hat dann wunderbar funktioniert. 11.00 Uhr schlugen wir dort auf und für nachmittags um 4 war die, bei gelungener Reparatur, Abholung geplant.
Was tun also mit dem angebrochenen Tag?! Zuerst etwas planloses Gekutsche durch die Tiroler Gegend entschlossen wir uns zu einer Fahrt über Sölden zum Timmelsjoch.
Das Wetter war kalt und windig.
Zumindest eine fadenscheinige Selbstbeweihräucherung warum man auch nicht Rad fährt.
Dieser Anstieg ist jetzt nicht so der Bringer und hat außerdem vor dem Gipfel eine Mautstation.
Für einmal die verbleibenden paar Km bis zum Gipfel hin und zurückfahren waren uns die 17 Euronen dann doch zu teuer.
Auf dem Weg zurück in Oetz noch eine Stunde in einem Kaffeehaus verbracht und ?pünktlich? um 15.30 Uhr langten wir wieder beim Radhändler an.
Nach dem Autofahren fühlte sich mein Rücken an wie 65 und die Verbände waren auch schon paar mal gewechselt worden.
Siehe da die Räder waren schon wieder fahrtüchtig. Ein gutes Zeichen.
Hätte nie gedacht, dass er die Laufräder durch zentrieren und wechseln von paar Speichen wieder hinbekommt. Dazu noch ein neuer Sattel und verschiedene Reparaturen und Einstellungen. Der dafür verlangte Preis war mehr als fair. Hätte ja mit locker 150-200 Euro gerechnet aber für gerade mal 72 war die größte Materialsorge gegenstandslos.
Ein gutes, beruhigendes Gefühl und so machten wir uns auf den Rückweg gen Italien.
Wieder angekommen vereinbarten wir den nächsten Morgen abzuwarten wie die allgemeine Verfassung aussieht und dann zu entscheiden wieïs weitergeht. Das ob stand eigentlich nie zur Debatte.


Timmelsjoch.JPG

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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von red nosed renntier » Mi 31. Jan 2007, 16:53

Califax hat geschrieben:Dieser Anstieg ist jetzt nicht so der Bringer und hat außerdem vor dem Gipfel eine Mautstation.
Der Anstieg von der Südtiroler Seite aus ist nett, viele Serpentin, schönes Panorama, leider auch enge Tunnel (war zwischen Autos eingeklemmt die nicht mehr aneinander vorbeikamen :wand: ) und teils kaputte Straßen. Abfahren würde ich ungern in der Richtung.
Dafür sorgen die auf Ösi-Seite, wohl auch durch die Maut, für einwandfreie Straßenverhältnisse. Für Radfahrer kostenlos.
Hier war auch für mich mit 84km/h bisheriges Vmax.

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Re: Alpen im Spätsommer III/ im Frühherbst I

Beitrag von Califax » Mi 31. Jan 2007, 17:02

Dienstag 26.9.2006

Durchschlafen war noch Utopie denn ich konnte nach wie vor nicht auf dem Rücken liegen und musste mich immer über den Nacken nachts drehen. Das brachte da zwar paar Verspannungen aber die waren auszuhalten.
Am Dienstag früh war schon klar, dass die letzten Tage des Urlaubs nicht auf dem Sofa liegend verbracht werden sollten. Die Wundheilung setzte langsam ein und die Schmerzen waren akzeptabel. Die Position auf dem Rennrad entlastete sogar den Rücken.
Das Programm wurde in kürzere Etappen geändert aber was macht man in so einer Situation, rollt vielleicht etwas durch die Gegend um nicht einzurosten und schont sich etwas.
Das taten wir auch so setzen wir uns inïs Auto mit den Rädern auf dem Dach und fuhren zum x-ten Mal die Kehren zum Stelvio hinauf und von da bis nach Bormio.
Natürlich war nicht klar wie gut und weit es gehen würde doch wenn schon fahren dann richtig.
Der Gavia sollte es nun also sein. Wobei die ursprünglich geplante Variante von Ponte Legno zugunsten der leichteren von Bormio aus geändert wurde.
Hier südlich der Gebirgskette war auch gleich das Wetter wieder angenehmer als noch am Vortag in Österreich.
Man soll ja eigentlich keinen verunfallten Helm mehr nehmen aber mangels Alternativen ging ich das Risiko eben ein.
Die Verbände waren wie Pampers in der Radhose aber so was behindert nur anfänglich und irgendwann hatte man sich dran gewöhnt.
Die erstem km bis zum richtigen Beginn der Steigung in Sante Caterina ging es bis auf einen km mit 9% nicht übermäßig steil bergan.
Das kam mir natürlich zugute denn durch die Adduktorengeschichte saß ich relativ weit vorn auf dem Sattel fast wie bei einem Zeitfahren und hatte dadurch sowieso Mühe richtig Druck aufïs Pedal zu bringen.
Am Anfang waren auch noch einige Kopfschmerzen dabei (kleines Schleudertrauma warïs bestimmt gewesen) doch die legten sich im weiteren Verlauf des Anstiegs langsam.
Der Gavia hatte die atemberaubendste Landschaft aller Anstiege muss ich sagen. Die Gesteinsformationen und die unberührte Natur ließen einen in Verbindung mit dem geringen Verkehrsaufkommen die Fahrt sichtlich genießen.
Von dieser Seite war zwar schwer genug und mehr hätte es aufgrund der Umstände auch nicht sein sollen, doch war es keine Plackerei und nach knapp 23km gelangten wir auf dem Gipfel an.
Hier war nun überhaupt nix los. Keine Bikes, keine Verkaufstände.
Ein Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zum Stelvio.
Dafür aber die tolle Kulisse und nach einiger Zeit drehten wir die Räder und rollten den gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt.
Die Abfahrt war schon sehr komisch und die ersten Kilometer wie auf Eiern.
Wenn überhaupt war ich höchstens kurz mal über 50 km/h und die Hände hielten krampfhaft den Lenker. Durch die Länge der Abfahrt und weil es unten raus flacher wurde stellte sich allmählich aber wieder ein sichereres Gefühl ein.
Somit standen für die Erholungs- und Testfahrt am Ende knapp 47km und 1.291Hm zu Buche.


260906.jpg Gavia_1.JPG Gavia_2.JPG Gavia_3.JPG Gavia_4.JPG

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