Nun auch meine Version:
Der Start verlief im Gegensatz zum letzten Jahr im Schneckentempo, da alle Blöcke aufeinander auffahren durften, da ging erst mal gar nichts. Ich kam diemal aus einen Block weiter hinten aus C (obwohl ich bei der Anmeldung meinen Schnitt sogar noch leicht angehoben hatte...). Also hatte ich das ganze Rennen meine Aufgabe: eine Aufholjagd nach vorn. Im leichten Anstieg nach Jühnde grüßte ich erst Floeri in die Kamera, dann etwas später rief ich Winni und Sebastian aufmunternde Worte zu. Ansonsten konnte ich bis Meensen schon mal viele Plätze gut machen. Nach der Abfahrt ins Werratal kam Blechreder in Sicht und meine aufmunternden Worte konnten ihn leider nur kurz antreiben. Dann konnte ich eine kleiner Gruppe erwischen, die ganz gut funktionierte und bis zum Brahmwald hatten wir eine größere Gruppe vor uns eingeholt. Im Anstieg wieder voll Gas gegeben und auch hier konnte ich ordentlich viele Plätze gut machen. Meine Beine fühlten sich sehr gut an (auch dank des Trainings vor einer Woche im Vogtland!!!). Allerdings war mein Magen das limitierende Element. So bin ich eben so schnell weitergefahren, dass mein Mageninhalt gerade so drin blieb. Oben angekommen hatte ich nicht das Glück wie Sippe einen ahnungslosen Zuschauer ausrauben zu können. Also musste ich kurz anhalten, Becher greifen und schnell weiter, denn ich war etwas übermütig mit nur einer Trinkflasche gestartet. Das nächste Teilstück war ziemlich eklig: welliges Terrain mit viel Gegenwind. Da hieß es nur Augen zu und durch denn so was ist nicht gerade meine Stärke. Da war ich ehrlich gesagt schon froh, als der Hohe Hagen anfing. Dort weiter Plätze gut gemacht, aber es war schon viel mühsamer. Den Schum dort noch eingeholt (damit hatte ich nicht wirklich gerechnet) und ihn ein paar nette aufmunternde Worte ins Gesicht geschrien

Die Antwort kam prompt und so habe ich gemerkt, dass noch Leben in ihm steckt. Oben in der bösen Kurve (die diesmal besser ausgeschildert war) hielt schon ein Krankenwagen, also dort locker vorbeirollen. In der Abfahrt (meine schwache Seite) musste ich ein paar mal richtig reintreten (mein Magen...) um die Gruppe zu halten. Aber so 15 km vor dem Ziel war dann ein großer Haufen zusammen, der mehr oder weniger gemütlich gen Ziel rollte. Ich war dann soweit wieder fit, dass ich ca. 10 km vor dem Ziel meine letzten Reserven mobilisierte und sogar an einen Fluchtversuch teilnahm. Der kam so herrlich zustande, wie aus dem Bilderbuch, wir waren 5 Leute und hatten ca. 20 m Vorsprung, aber das scheiterte so kläglich an der Untentschlossenheit der vorn Fahrenden: die beiden haben sich angeguckt und wußten vor Schreck nicht, was sie tun sollten... einfach total doof. Na ja, ich verpulverte meine letzten Körner dann eben in etwas Führungsarbeit, damit die Geschwindigkeit etwas höher kam. In den Massensprint wollte ich nicht reinhauen, das ist nicht mein Ding. Da bin ich immer eher froh, wenn ich heil durchkomme.
Lohn der Mühe: 2:19:09, Platz 330 und die Vorjahreszeit um mehr als 3 Minuten unterboten.
Damit bin ich doch zufrieden
Insgesamt war es wieder mal ein sehr schönes Rennen, tolle Organisation, viele Zuschauer, super Wetter, was will man mehr...