Unvermeidlich eins auf die Birne...

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Frank
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von Frank » So 12. Nov 2006, 20:53

@Mario
den Thread zu löschen, wäre wirklich nicht gut gewesen. Die aufgeheizte Stimmung hat sich ja zum Glück noch nicht in andere Forumsbereiche eingeschlichen. Und einen gewissen Unterhaltungswert hat die Diskussion ja doch auch.

@Barus
auch dein konkretes Beispiel wird Ingmar nicht überzeugen. ein Helm ist nun mal gefährlich. schließlich haben ja sogar Studien, die zeigen wollten, dass der Helm hilft, eher das Gegenteil gezeigt. ich schätze mal, Ingmar wird sagen, dass dein Unfall in die Kategorie "ich kenne jemanden, dem der Helm geholfen hat - aber hast du eine Studie, die das untermauert" fällt.

@Ingmar
wir drehen uns im Kreis. du hast deine Meinung, und das ist OK. du sagst, unsere Argumente sind nicht überzeugend, auch das ist OK. aber mach uns keinen Vorwurf, wenn wir sagen, dass wir deine Argumente ebenso wenig überzeugend finden. es ist schwierig, ja oft unmöglich, auf deine ausführungen zu reagieren, weil es einfach keinen Ansatzpunkt gibt, auf diesen -ja- Unsinn irgendwas zu entgegnen. Ein gutes Beispiel ist die Behauptung, dass es egal wäre, mit welcher Geschwindigkeit man irgendwo mit dem Kopf aufknallt. Aus dem Stand heraus wäre es genauso gefährlich wie mit 50 km/h. Was soll man da sagen? Tut mir leid, aber da kann ich mich nur in Sarkasmus/Polemik flüchten.
Was mich persönlich an deiner Art zu diskutieren stört, ist die Tatsache, dass du aber auch nicht einen Millimeter auf uns zugehst. Für dich gibt es scheinbar nicht einen Spezialfall, in dem der Helm nicht doch etwas nützt. Es geht jetzt hier nicht um die gesetzliche Helmpflicht, sondern um solche Unfälle wie Barus ihn erlebt hat.
Am Anfang hatte ich mal geschrieben, dass ich genau weiß, ob du das alles ernst meinst, was du schreibst, worauf du sehr erbost reagiert hast. Stutzig machte mich unter anderem dein Statement, dass du beim MTB-Fahren einen Helm wegen herabhängender Zweige trägst, dich aber vehement gegen einen Helm auf der Straße wehrst. Das verstehe ich immer noch nicht, trotz deiner vielen physikalischen Formeln und Verweise auf diverse Studien.
Dann hast du sehr lange über die Haltbarkeit von Styropor referiert und über die Helmtestungen, die nicht sehr wirklichkeitsnah sind - angeblich. Mich überzeugt es aber trotzdem, dass wenn ein Gewicht auf einen Helm fällt, dieser dabei heil bleibt. Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn so ein Gewicht auf meinen Kopf fällt.

Wie dem auch sei, fahr du weiter ohne Helm, ich setze meinen auch im Winter auf, gibt mir ein besseres Gefühl, auch wenn du das nicht verstehen kannst.

Viele Grüße

Frank - der sich bald einen neuen Helm bestellt, weil der alte nicht mehr farblich zu seinem neuen Rad passt
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red nosed renntier
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » So 12. Nov 2006, 21:57

Frank hat geschrieben:@Barus
auch dein konkretes Beispiel wird Ingmar nicht überzeugen.
Wieso konkretes Beispiel, soweit ich das mitbekam hat Barus die vermeintliche Schutzfunktion zum Glück nicht gebraucht.
Und @Barus:ich möchte Dir an dieser Stelle auch nur mein Beileid aussprechen und dir schnelle Genesung wünschen, und zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert.

Für dich gibt es scheinbar nicht einen Spezialfall, in dem der Helm nicht doch etwas nützt.
Was soll ich machen, es ist für mich schlicht nicht plausibel vorstellbar. In der möglichen Konstellation in der der Helm Energie aufnehmen kann, beim senkrechten Einschlag mit der Schädeldecke auf ein flaches Hinderniss, so dass er nicht verrutscht oder zersplittert- also nur so wie im Testversuch, ist er hoffnungslos überfordert: bei der Unfallart fliegt der ganze Körper "im Helm" hinterher und der hat vllt. 60kg+x und nicht die 2? 5? kg des Prüfgewichts was nur aus ? 2m Höhe fällt und so evtl. auch viel langsamer ist als der rumfliegende Körper.
Weiterhin denk ich ja dass diese Unfallart, nämlich dieser raketenartige Flug ohne mit den Armen sich da nach vorne zu schützen, nicht in Realität vorkommt, weil der Mensch in dem Augenblick noch bei Bewusstsein ist. Allgemein muss dass schon ein sehr seltsamer Unfall sein, wenn man fliegend gegen eine Wand einschlägt, kann ich mir als Hobbyradler auf der Straße ohne Rennen nicht vorstellen. Und die Statistiken zeigen ja auch keinerlei Wirkung.

Aber ich kann mir eine Reihe plausibler Situationen vorstellen in denen der Helm schaden könnte, wenn du das immer noch nicht kannst, dann ist das nicht schlimm, mit so nem unguten Gefühl fährts sich ja auch schlecht. Aber z.B. ist viel reeller als so durch die Gegend zu fliegen: ein unbeabsichtiges Aushaken aus dem Clickie, oder ein Kurbelbruch, oder einseitiger Lenkerbruch, dann besteht höchste Gefahr beim nach vorne absacken mit der Helmvorderkante am Vorbau/Restlenker anzustoßen und sich so die Zähne zu entsorgen. Auf den Hinterkopf fallen sollte man auch nicht. Und das halt ich ja speziell bei vereisten Straßen auch für eine wahrscheinliche Fallart. Beim Auf-und Absteigen mein ich.

Bzgl. des MTB-Themas: ich fahre _nicht_ MTB, würde ich es, also richtig bestimmungsgemäß durch den Wald mauntenbaiken, würde ich zum Schutz , weil man da nämlich auch irgendwo einschlagen kann, oder was gegen den Kopf kriegen, stehen ja überall Bäume, einen Integralhelm tragen. Helm ist halt nicht Helm. Mauntenbaiken hat aber bezüglich der Unfallarten so gar nichts mit Straßenradeln zu tun. Und bei einem Integralhelm entfallen auch soviele mögliche Schadwirkungen, dass die Bilanz ganz klar bei mindestens neutraler, aber vermutlich eher positiver Wirkung steht.

Gruß, Ingmar

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von Gebirgsrenner » Mo 13. Nov 2006, 12:14

wahnsinn. da ist man mal ein paar wochen nicht anwesend - und schon geht es hier ab.
ich will mich jetzt gar nicht einmischen in die diskussion, denn - sind wir ehrlich - wir sind doch alle alt genug um zu entscheiden, ob man sich mit oder ohne helm bewegen will.

Ich fahre...

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von Frank » Mo 13. Nov 2006, 14:52

Gebirgsrenner hat geschrieben:wahnsinn. da ist man mal ein paar wochen nicht anwesend - und schon geht es hier ab.
aber Jan,
das ist doch noch gar nichts! Die Helmdiskussion beim Pflegeboard geht schon über 93 (!) Seiten (http://www.pflegeboard.de/forum/22902-biker-nur-mit-helm.html). Immerhin haben wir aber schon mehr Seiten als die MTBler (http://mtb-news.de/forum/showthread.php?t=96183).
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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von olli » Mo 13. Nov 2006, 15:36

heute entdeckt und teilweise gelesen - wirklich skuril und belustigend die contra helm argumentationen unseres physikgenies!

von mir nur soviel zum thema:

- eine schädelfraktur (os occiput = hinterhaupt) im leben reicht! seitdem kein radsport ohne helm!!!!!!!!!!!

gruß olli

p.s.: am lustigsten : FALLSCHULE! hahahaha


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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Mo 13. Nov 2006, 16:56

Frank hat geschrieben:aber Jan,
das ist doch noch gar nichts! Die Helmdiskussion beim Pflegeboard geht schon über 93 (!) Seiten (http://www.pflegeboard.de/forum/22902-biker-nur-mit-helm.html).
Nee, das ist eine Spiegelung aus dem usenet. Drf hat sich da mit der Notfallrettungsnewsgroup zum Diskutieren getroffen.
Einfach die Message-ID: dbe4bt$2vp$02$1@news.t-online.com
bei erweiterte groups-gurgel-suche eingeben. Aber Achtung: >900posts.

Da erwähn ich auch noch gleich die da gelesene Erklärung, warum sich die Leute in der Notfallrettung/medizin so irren, mit ihren Gefühlen bezügl. Helm. (kam ja hier auch paarmal der Ausflug in die Praxis ;)
Helmtragequote ist reell vllt. 5% und angenommen Helm hat keine Wirkung: Dann sind 19 von 20 schädelhirnverletzten Radlern unbehelmt. Völlig normal aber die Retter (selektive Wahrnehmung) halten den Helm für schützend, schließlich sehen sie ja _viiiieeeel_ weniger Verletzte mit Helm.

Gruß, Ingmar

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von mikel » Di 14. Nov 2006, 16:56

Wo ich vielleicht mit dem Red Nose Rentier mitgehen kann,ist, das man in einer abfahrt mit Helm etwas mehr riskiert als ohne. Dahingehend steigt das Sturzrisiko marginal an. Doch alles andere ist mir unplausibel.
Da ich mit Notfällen sehr oft und direkt in kontakt kommen und ich schwere Schädeltraumen nur von Verletzten ohne Helm kenne (ausser einer, doch da war ein LKW im spiel), überzeugt mich gar nichts vom Rentier .
Und so viel Tote, die gar nicht zu mir in die klinik kommen, gibt es nicht. Ich hab meine Notärzte befragt, und die sind immer vor Ort. Und wenn,hatten die auch keinen Helm auf. Ausnahmen bestätigen zwar auch hier die Regel, doch die sind an 2 Fingern abzuzählen.

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Di 14. Nov 2006, 17:45

mikel hat geschrieben:Ich hab meine Notärzte befragt, und die sind immer vor Ort. Und wenn,hatten die auch keinen Helm auf. Ausnahmen bestätigen zwar auch hier die Regel, doch die sind an 2 Fingern abzuzählen.
Sach mal, hast du dir das Post von mir vorher überhaupt durchgelesen? Wenn Helm nichts nützt hast du auf deine 2 behelmten Radler, 38 unbehelmte gefunden. Das deckt sich sicher ungefähr mit deinen Erfahrungen, ist aber keinerlei Hinweis für die Wirksamkeit.

Aber gerade an diesem Beispiel kann man gut erkennen, worauf verzerrte Wahrnehmung beruht. Und warum gerade da Leute anfälliger sind, die dicht am Geschehen dran sind.
ich meine hätte ich die 38 Leute ohne Helm und nur 2 Leute mit Helm verletzt gesehen, wäre ich jetzt vllt. auch ein Helmfreund. Ich such mir ja auch nicht ständig Statistiken raus, wenn ich irgendwelche Vermutungen habe.

So als letztes hätte ich von dir jetzt noch ne Zahl, du meintest 2 Verletzte mit Helm, wieviele ohne Helm waren es denn nun?

Gruß, Ingmar

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von Salera » Di 14. Nov 2006, 22:18

Bürgerinitiative PRO-HELM - wählt mich :hut:

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Re: Unvermeidlich eins auf die Birne...

Beitrag von red nosed renntier » Mo 29. Jan 2007, 17:56

Sorry, fürs Hochholen des Threads, aber ich hatte damals nach dem link zum Info-Bulletin der Schweizer-Velo-Konferenz gefragt.
Ich hab das betreffende Teil jetzt auf der Platte (wiedergefunden ;) ), wer also die Zusammenfassung des Diskussionsstand lesefreundlicher und weniger ideologisch als hier haben will, kann sich melden, dann maile ich ihm das pdf. (1MB)

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