Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

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cl
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von cl » Fr 14. Dez 2012, 20:27

Erdnah hat geschrieben:Wahrscheinlich macht es Sinn, das Trainingsprotokoll zu vereinfachen.
"Soll der Trainierende 20 s lang seine maximale Leistung abgeben.", liest sich ganz vernünftig. Wie viele es allerdings schaffen werden, danach 10 s zu pausieren, um dann erneut maximal reinzuhauen...?
Intervall 2 dürfte schon schwach sein, Intervall 3 werden die Wenigsten überhaupt angehen.
Ich halte das Protokoll für wenig sinnvoll bzw praktikabel im Freizeit/Amateurbereich und würde eher nach jedem Intervall die "vollständige Regeneration" abwarten und nur so viele Sprints machen, wie ich ohne deutliche Abnahme der Leistung hinbekomme.
Im Halbkoma unsaubere Sprints zu fahren, erst Recht outdoor, erscheint mir sinnfrei. Erdnah
Beim ersten Selbstversuch musste ich an Deine Worte denken.

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Erdnah
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von Erdnah » So 16. Dez 2012, 13:39

Erdnah hat geschrieben: PS mein erster Test Cycleops Powercal vs P2M , konstante 60 min, aerob gefahren, war recht niederschmetternd: Powercal unterschätzt um 30 W!
PPS Gestern fuhr ich anstelle konstant 60 min <FTP auf der Rolle, eine anspruchsvolle Einheit durch den Odenwald und entlang des Neckar, 3 h, >90 km und 1.200 hm, gespickt mit Runterrollen, anstrengendem Berganfahren, flach etc.
Resultat Cycleops Powercal vs. P2M Powermeter: 23 W im Durchschnitt, von der fehlenden Sensitivität in puncto wechselnder Leistungsabgabe einmal ganz abgesehen!
Damit beende ich diesen "Powermeter-Test" und halte fest: Powercal, das herzfrequenzbasierte Watt-Schätzeisen ist etwas für Leute, die sich eh gerade einen ANT+ Herzfrequenz-Sender kaufen wollten und nun für 90 € neben Herzfrequenz und Geschwindigkeit auch einen ca. Leistungsmesser ihr Eigen nennen wollen. Mit einem Powermeter auf Newton-Basis hat das rein gar nichts zu tun.
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mi67
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von mi67 » So 16. Dez 2012, 13:47

Erdnah hat geschrieben:... halte fest: Powercal, das herzfrequenzbasierte Watt-Schätzeisen ist etwas für Leute, die sich eh gerade einen ANT+ Herzfrequenz-Sender kaufen wollten und nun für 90 € neben Herzfrequenz und Geschwindigkeit auch einen ca. Leistungsmesser ihr Eigen nennen wollen. Mit einem Powermeter auf Newton-Basis hat das rein gar nichts zu tun.
Danke für diese ernüchternde Einschätzung!
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Charlie
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von Charlie » So 16. Dez 2012, 23:11

vantage84 hat geschrieben: Mich würde eher interessieren, wie die Tabata Geschichte im Vergleich zu anderen Intervallformen aussieht und was Tabata bringt, wenn man es im Trainingsalltag einbindet.
ich hab das im letzten winter schon mal auf der rolle probiert.

erster Versuch, 600W, Katastrophe. 3 mal und dann war ende
dann 550W ging schon besser und so hab ich es da gelassen.
jetzt schaffe ich gerade so 520W (das sind so 150-160%)
(das sind werte der Rolle und die sind so real wie Gott und Teufel)

was es bringt, ich hatte das Gefühl, die kurzen Dinger gingen besser, aber das würde jedes andere Training in diesen intensiven Bereichen ermöglichen :D

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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von Charlie » So 16. Dez 2012, 23:34

und nochwas zu tabata, wieso redet ihr immer von all out? all out sind bei chelm für 20sek wohl weit über 900W, nach der WG (wattage group?!?!?) braucht chelm 720W, das ist weit von all out entfernt.

wenn ich mal lusst habe, fahre ich auf der Rolle mal 20sek all out und vergleiche das mit den anderen Rollenwerten. aber ich denke ich bin weit über den 660W, die ich auf der Rolle für tabata haben sollte. Schwer wird es ab nummer 4-5,

der erste ist fast nur ATP
beim zweiten und dritten geht das schon nicht mehr so gut mit dem ATP und beim vierten oder fünften steht man so in der säure...

bei 520W gehe ich nach dem achten mit 186er Puls raus, wenn ich mir jetzt überlege da noch mal 140 drauf zu packen, das macht das kleine Herz gar nicht mit. also ich denke schon, die Belastung für das H-K-S ist enorm, sehr kurz, aber enorm
1.Intervall 156 Puls; 2. 166; 3. 174; 4. 177; 5. 179; 6. 181; 7. 182; 8. 186
es zeigt sich deutlich, Puls zu lahm, "System overload" eigentlich im 4.Intervall (173-175 geht für ne Stunde) :D

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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von peso » Mo 17. Dez 2012, 07:12

mi67 hat geschrieben:
Erdnah hat geschrieben:... halte fest: Powercal, das herzfrequenzbasierte Watt-Schätzeisen ist etwas für Leute, die sich eh gerade einen ANT+ Herzfrequenz-Sender kaufen wollten und nun für 90 € neben Herzfrequenz und Geschwindigkeit auch einen ca. Leistungsmesser ihr Eigen nennen wollen. Mit einem Powermeter auf Newton-Basis hat das rein gar nichts zu tun.
Danke für diese ernüchternde Einschätzung!
Ausführlich, mit ein ein paar "Testreihen" hier. Wobei er sich große Mühe gibt, nicht ähnlich konsequent zu urteilen wie Erdnah. ;)
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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von Barus » Mo 17. Dez 2012, 08:59

Mich würde ja mal interessieren, wie weit da ein HAC4 daneben lag... :lol:

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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von MysterioP » Mo 17. Dez 2012, 13:11

Erdnah hat geschrieben:... halte fest: Powercal, das herzfrequenzbasierte Watt-Schätzeisen ist etwas für Leute, die sich eh gerade einen ANT+ Herzfrequenz-Sender kaufen wollten und nun für 90 € neben Herzfrequenz und Geschwindigkeit auch einen ca. Leistungsmesser ihr Eigen nennen wollen.
Aus dem Grunde werde ich Powercal wohl auch ausprobieren. Was ich komisch finde, dass die Power nur aus den Daten des HF-Gurts errechnet werden. Wäre da nicht viel mehr Berechnungspotential, wenn man die Werte des Edge (Neigung, Geschwindigkeit, Kadenz) nutzen würde?

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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von Charlie » Mo 17. Dez 2012, 13:27

MysterioP hat geschrieben: Wäre da nicht viel mehr Berechnungspotential, wenn man die Werte des Edge (Neigung, Geschwindigkeit, Kadenz) nutzen würde?
klar doch, aber eigentlich nur am Berg und unter 15km/h

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Re: Sinnvoller Trainingsplan nach Puls oder Watt?

Beitrag von peso » Mo 17. Dez 2012, 13:35

So einen Circa-Leistungsmesser habe ich auch. Und der liegt an guten Tagen deutlich weniger daneben als 30 W. :pfeif:

Das Ding ist konzeptioneller Blödsinn, der nur "einigermaßen" funktionieren kann, weil die Zielgruppe im Marktsegment über eine "einigermaßen" enge Leistungsbandbreite verfügt.

Für die Steuerung / Kontrolle des Trainings ist das Gerät schlicht ungeeignet, will man lediglich einen Leistungswert am Ende der Einheit stehen haben, genügen auch Schätzungen aus der Erfahrungshüfte bzw. diverse Umrechnungsformeln aus der Herzfrequenzaufzeichnung.
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