TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

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peso
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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von peso » So 18. Mai 2008, 21:20

@ uage

Das war natürlich eine schnippische Bemerkung, die mehr mit dem Zustand des Sports zu tun hat als mit der Artereportage.

Die fand ich übrigens recht gut gemacht. Ich schaue mir das auch gerne an, wie Walser seine Rahmen zaubert. :)

Die Tagesform so eines Profis schwankt natürlich um einen deutlich höheren Wert, als einige der gezeigten "Optimierungen" jemals bringen können.

Aber schön. Professionelle Einstellung ist immer gut. :)
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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von sippe » Mo 19. Mai 2008, 12:39

Abseits der zahlreichen Dopingdebatten fand ich an dem Bericht gut, dass ein Einblick in die Trainingsmethoden und den Trainingsalltag der Profis gegeben wurde. Ich habe nach dem Bericht jedenfalls wieder etwas Hoffnung, dass Spitzenleistungen im Radsport nicht ausschließlich durch Doping erzeugt werden.

peso hat geschrieben:EPO bringt übrigens auch dem Freizeitsportler eine ganze Menge. (...)
@Peso: Deine Bemerkung finde ich etwas unglücklich. Kurzfristige Leistungssteigerungen bei hohen gesundheitlichen Risiken bringen dem Freizeitsportler in meinen Augen rein garnichts! Oder gehörte das auch noch zur "schnippischen Bemerkung" und ich habe die Ironietags übersehen? :-)
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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von peso » Mo 19. Mai 2008, 12:45

Schön: Auch die Leistung von Freizeitsportlern läßt sich durch EPO deutlich steigern. Völlig unabhängig davon, ob sie irgendwelche "Grundlagen" haben.

Ich bin nur froh, daß ich mein Geld nicht als Sprinter verdienen muß. So ein Gottvertrauen zum Mann am Steuer des Wagens vor mir könnte ich vermutlich nicht entwickeln.

* Daß Profis neben der Einnahme von Vitaminen auch ab und an mal trainieren, steht ja außer Frage. Von der Vorstellung, dreiwöchige Rundfahrten und schwere Klassiker seien sauber zu gewinnen, kann man sich aber getrost verabschieden.

(Insofern gefallen mir die Ergebnisse von Wegman schon wieder. Vorne dabei, aber bisher ohne jegliche Chance, auch mal in den Ardennen zu gewinnen.)
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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von sippe » Mo 19. Mai 2008, 13:02

peso hat geschrieben:Schön: Auch die Leistung von Freizeitsportlern läßt sich durch EPO deutlich steigern. Völlig unabhängig davon, ob sie irgendwelche "Grundlagen" haben.
Aber wozu und zu welchem Preis?! Das darf man nicht vergessen. So verlockend wie du das schreibst, besteht die Gefahr, dass manch unbedarfter Freizeitsportler das als Empfehlung versteht...

peso hat geschrieben:* Daß Profis neben der Einnahme von Vitaminen auch ab und an mal trainieren, steht ja außer Frage. Von der Vorstellung, dreiwöchige Rundfahrten und schwere Klassiker seien sauber zu gewinnen, kann man sich aber getrost verabschieden.

(Insofern gefallen mir die Ergebnisse von Wegman schon wieder. Vorne dabei, aber bisher ohne jegliche Chance, auch mal in den Ardennen zu gewinnen.)
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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von peso » Mo 19. Mai 2008, 13:08

sippe hat geschrieben:So verlockend wie du das schreibst, besteht die Gefahr, dass manch unbedarfter Freizeitsportler das als Empfehlung versteht...
Peso hat gesagt... ;)

Ich hoffe doch wohl nicht. Davon abgesehen...mit "normalen" Medikamenten wird schon so ein Mißbrauch betrieben...da sollte die Verbreitung von EPO unter Hobbysportlern kaum von Bedeutung sein.

Aber du hast wohl recht...die Unbedarftheit von uns Hobbysportlern wird bisweilen unterschätzt.
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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von uage » Mo 19. Mai 2008, 13:13

sippe hat geschrieben:Ich habe nach dem Bericht jedenfalls wieder etwas Hoffnung, dass Spitzenleistungen im Radsport nicht ausschließlich durch Doping erzeugt werden.
@Sippe

Du sagst es. Sie werden nicht ausschließlich mit Doping erzeugt. Abgesehen davon find ich Wegmann sympathisch und denke nicht darüber nach ob er nun dopt oder nicht. Aber am Ende muss einiges zusammenkommen um vorn dabei zu sein. Talent+Training+Material+Glück+X...

peso hat geschrieben:EPO bringt übrigens auch dem Freizeitsportler eine ganze Menge. (...)
@Peso

Wenn ich mich nicht irre war der Prof. Reul, der den Selbstversuch mit Epo gemacht hat, auf dem Rad alles andere als untrainiert. Gerade wenn ganz bestimmte Muskeln beansprucht werden, sollte Epo doch nur bedingt nutzen. Was hilft einem Nichtradler das Epo, wenn ihm binnen weniger Minuten die Beine platzen?

Edit: Bei regelmäßig trainierenden Hobbyradlern ist das natürlich eine andere Geschichte..

peso hat geschrieben:Die Tagesform so eines Profis schwankt natürlich um einen deutlich höheren Wert, als einige der gezeigten "Optimierungen" jemals bringen können.
Und trotzdem kann/darf er sich diesen Raum für Optimierungen nicht entgehen lassen, wenn er am Ende den Unterschied ausmacht. Wenn ohnehin der Großteil der Spitzenfahrer medizinisch optimiert ist, könnte dies möglicherweise erst den letzten Unterschied bedeuten. So gesehen setzt das letzte Prozent doch nach dem Doping an :) . Quasi als letztes Mittel, als Zünglein an der Waage..

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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von Floeri » Mo 19. Mai 2008, 13:25

peso hat geschrieben:
sippe hat geschrieben:So verlockend wie du das schreibst, besteht die Gefahr, dass manch unbedarfter Freizeitsportler das als Empfehlung versteht...
Peso hat gesagt... ;)
SUPERHELD für 8 Tage Peso hat gelesen :rotfl:


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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von peso » Mo 19. Mai 2008, 13:31

uage hat geschrieben:...auf dem Rad alles andere als untrainiert.
Ich schrieb ja von Freizeitsportlern. Da reicht die Spanne bekanntlich vom gelegentlichen Wochenendradler bis zu Barus. :)

Was hilft einem Nichtradler das Epo, wenn ihm binnen weniger Minuten die Beine platzen?
Hämoglobin ist ein hervorragender Laktatpuffer, EPO beeinflußt also auch die Fähigkeit, steigende Laktatkonzentrationen "ertragen zu können" deutlich positiv. Der völlig Untrainierte wird mit EPO und CO. vielleicht Leistung erbingen können, für welche Sehnen, Gelenke etc. nicht ausreichend angepaßt sind. Die mechanische Belastung an sich dürfte einige Schäden verursachen - und wenn es "nur" ein kapitaler Muskelkater ist. Aber das ist (hoffentlich) auch eher akademisch.

Wenn ohnehin der Großteil der Spitzenfahrer medizinisch optimiert ist, könnte dies möglicherweise erst den letzten Unterschied bedeuten.
Guter Punkt. Man geht davon aus, daß EPO die Leistungsunterschiede im Feld nivelliert hat. Gerade die Wasserholer von einst sind mitunter zu ganz passablen Kletterern und Zeitfahrern geworden. Beispiele gibt es genügend.
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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von pneumo » Mo 19. Mai 2008, 13:54

peso hat geschrieben:Daß Profis neben der Einnahme von Vitaminen auch ab und an mal trainieren, steht ja außer Frage. Von der Vorstellung, dreiwöchige Rundfahrten und schwere Klassiker seien sauber zu gewinnen, kann man sich aber getrost verabschieden.
...das war/ist schon immer meine meinung: nur vom nudelessen und training bis zum anschlag kann man 3 wochen am stück bei der belastung nicht überstehen
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Re: TV (arte), 21 Uhr "Das letzte Prozent"

Beitrag von uage » Mo 19. Mai 2008, 14:56

pneumo hat geschrieben:...das war/ist schon immer meine meinung: nur vom nudelessen und training bis zum anschlag kann man 3 wochen am stück bei der belastung nicht überstehen
Was heißt hier Nudelessen :D ? Nach schweren Etappen im Verlauf langer Rundfahrten kriegen Fahrer Infusionen. Legal und öffentlich, auch wenn man versucht das ohne Kameras abzuwickeln. Ich empfinde das jenseits jeder Sportmoral. Ist es nicht als leistungssteigernd anzusehen, wenn ein Fahrer über das Maß, was er auf normalem Wege verzehren kann, hinaus Nährstoff zugeführt bekommt? Und was ist, wenn ein anderer Fahrer das nicht bräuchte, aber seinen natürlichen Vorteil nicht ausspielen kann wegen solcher Spielereien. Für mich ist das ganz klar Doping. Die TDF würden die meisten Fahrer wohl auch ohne Doping schaffen. Nur wären die Übertragungen länger, die Geschwindigkeiten langsamer und die Rekorde Geschichten aus alten Zeiten.

P.S.
Damals: http://www.radsport-news.com/sport/sportnews_29901.htm

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