Man muß ja nicht alle bei GuttenPlag aufgeführten Stellen als richtig erkannt annehmen bzw. kann durchaus auch die Methodik der "Analyse" in Frage stellen, aber es sind zweifelsfrei große, zusammenhängende und wesentliche Teile der Arbeit, die KTG unzulässig als seine eigenen Texte angibt. Das sind auch keineswegs bloße "handwerkliche Fehler". Wenn er die betreffenden vermutlich über 200 Abschnitte der Arbeit korrekt über Zitate mit Fußnoten ausgewiesen hätte, dann bliebe kein promotionswürdiger, wissenschaftlicher Text mehr übrig.Chelm hat geschrieben: Mich interessiert persönlich nur einwas bei der KTG-Doktor-Affäre? Wieviele Seiten hat er mittels 'Strg+C' und 'Strg+V' in "seine" Arbeit überführt.
Denn am Anfang hieß es natürlich, dass es handwerkliche Fehler seien, mittlerweile spricht man ja von 20% kopiert.
Und selbst wenn man mal alternativ annähme, die übernommenen Texte von FAZ, NZZ, Hausarbeiten etc. wären seine eigenen, dann bliebe es zwar eine sprachlich mitunter bemerkenswerte Dissertation, aber - und das Urteil maße ich mir einfach mal an - kein bemerkenswerter Ausweis selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens. Dafür fehlt es an der notwendigen Thesensetzung, an Problematisierungen und der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellster Forschungsliteratur. Es erinnert eher an das Skript einer viel zu lang geratenen Vorlesung.
Die eigentlichen Schmankerl findet man allerdings im Vorwort:
Diese Arbeit entspringt einer ungewöhnlichen Verkettung von Glücksfällen. Oder nach anderem - im obigem Sinne untypischem - Verständnis der vereinzelten Wahrnehmung eines "Kairos".
Augenblicken kann man kaum zu Dank verpflichtet sein, den sie gestaltenden Persönlichkeiten jedoch umso mehr. Insbesondere, wenn der be- und ergriffene Moment dauerhafte Kräfte zu entfalten wusste.
S.5fDer Gedanke an die Teilname [am Häberle-Seminar] umweht den Verfasser nicht nur während intellektuell dürftigerer Alltagserlebnisse dauerhaft - und erhält wenigstens den Anspruch höchster Qualität eigenen Gemurmels.
Es hat schon seine Berechtigung, daß vielen dabei Manns Felix Krull einfällt.

